Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Dénia

Im 100 Kilometer südlich von Valencia gelegenen Dénia hat sich die Immobilienkrise schon früh bemerkbar gemacht. Inzwischen sind sechs Jahre vergangen und das Interesse von Investoren kehrt langsam zurück. Vor allem Luxus-Objekte sind gefragt, wenn auch nicht in ausreichender Zahl vorhanden. „Da hinkt leider das Angebot hinterher“, sagt Makler Andreas Schaich.

Der jüngst erweiterte Yachthafen beschert dem traditionell bodenständigen 50.000-Einwohner-Städtchen eine vollkommen neue Klientel: Superreiche Russen, die uneinsehbare Fincas mit viel Grundstück und möglichst einem großzügigen Parkhaus für ihre Autoflotte suchen. Doch die sind rar und selbst im schicken Marquesa-Villenviertel auf den Hügeln hinter der Stadt kaum noch zu finden.

Von Käufen in erster Reihe des felsigen Strandes auf der beliebten mit Pinien bestückten Halbinsel „Le Rotes“ raten Immobilienexperten grundsätzlich ab. Denn der Streit mit der Regierung, die das komplizierte Küstengesetz durchsetzen will, ist in die nächste Runde gegangen: Es geht um die Nutzungsrechte von Immobilienbesitzern, die je nach Lage ihres Eigentums und Messung der Küstenbehörde, beschnitten werden können. Denn nach dem aktuell geltenden Gesetz ist Privatbesitz direkt am Meer nicht mehr zulässig. Enteignung oder Umwandlung in eine staatliche Konzession, die spätestens nach 60 Jahren abläuft, wäre die Folge. Seit Juli steht zumindest fest, dass das Gesetz reformiert werden soll.

Etwas Erfreuliches für Denía: die besser situierte Kundschaft, die sich in den Hochzeiten komplett zurückgezogen hatten, kehrt zurück – auch dank des neuen AVE-Schnellzuges zwischen Valencia und Madrid im vergangenen Jahr. Jetzt können spanische Geschäftsleute innerhalb einer Stunde zu ihren Terminen pendeln. Ein Standortvorteil vor allem für deutsche Urlauber: das von der deutschen Krankenversicherung DKV geführte Krankenhaus, das besten Ruf genießt.

Günstiger als im Ort selbst, ist es im zehn Kilometer von Dénia entfernten Els Poblets. Hier sind die Preise gesunken vor allem im mittleren Marktsegment gesunken, sagen die örtlichen Makler. Häufig müsse bei den Verkäufern aber immer noch Überzeugungsarbeit geleistet werden. „Die Verkäufer sehen ein, dass die Käufer eine solide Geldanlage und keine Kapitalvernichtungsmaschine wollen, und lenken immer schneller ein“, sagt Schaich.

capital.de, 31.01.2017
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