Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Costa Blanca

In der Landesregion Valencia, zu der die Costa Blanca zählt, sind die Preise im vergangenen Jahr am tiefsten gefallen, hier stehen die meisten Wohnungen leer. Im Juli beantragte die verschuldete Region Finanzhilfe von der Zentralregierung. In ganz Spanien steht der vor sich hin dümpelnde, nagelneue Geisterflughafen nahe der Küstenstadt Castellón sinnbildlich für die Verschwendungssucht von Provinzpolitikern in den Boomjahren. Dennoch dringt ausgerechnet von hier ein Hoffnungsschimmer in das Krisendunkel, dank des Kaufinteresses aus dem Ausland. Landesweit wurden im vergangenen Jahr rund 27 Prozent mehr Häuser an Ausländer verkauft als 2010, davon gingen 31 Prozent dieser Verkäufe in der Region Valencia über die Bühne, und hier wiederum die meisten in der Gegend von Alicante: Hier wechselten 9200 Wohnungen den Besitzer. In Altea nördlich von Benidorm stiegen die Preise für Gebrauchtwohnungen im ersten Quartal 2012 vor­übergehend sogar leicht an.

Bei vielen Verkäufern handele es sich um ältere Auswanderer, die allmählich wieder den Anschluss an ihre Familie in Deutschland, Holland oder England suchten, sagt Makler Schaich: „Die verkaufen nicht aus Panik.“ Zumal sich Ausländer, die den Sommer ohnehin lieber in ihrer alten Heimat verbringen, während der Saison eine hübsche Summe dazuverdienen können: „Durch Vermietung kann man den Unterhalt des Hauses gut herausholen“, sagt Romy Richter vom Ferienhausvermittler Interhome in Moraira.

Insgesamt zeichne sich an der einst als „Rentnermekka“ verschrienen Küste ein Generationenwechsel ab, sagt Maklerin Hella Camargo Wessendorf aus Albir bei Altea. Das Einstiegsalter sei auf 45 bis 50 Jahre gesunken. Und die jüngeren Expats sind fit genug, um an einem renovierungs­bedürftigen Haus selbst herumzuwerkeln – oder Profis zu engagieren, die jetzt nur noch Krisenpreise verlangen.

capital.de, 31.01.2017
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