Ferien-Kompass Niederlande Niederländische Nordseeküste

Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Niederländische Nordseeküste

Wer in der Provinz Zeeland eine Immobilie kaufen will, muss
an die Ortsränder ausweichen. Das Zentrum ist den Einheimischen vorbehalten. Es lohnt sich trotzdem. Das Feriengebiet Zeeland hat seine Eigenarten. Im „Strandcamping Valkenisse“, wo man Stellplätze für mobile Leichtbaubungalows erwerben kann, zieht morgens um zehn der überlebensgroße Plüschwaschbär Aartje Twinkel gemeinsam mit seinen bunt bemützten Menschenfreunden über das Gelände, um den Gästen über die im Bollerwagen deponierten Lautsprecher ein fröhliches „Goedemorgen!“ zuzurufen. Familienurlaub à la hollandaise.

Aber Zeeland kann auch anders. Außer der Wohnung im Ferienpark gibt es auch den Bungalow hinter der Düne und selbst die Luxusvilla mit Meerblick. Für alle Kategorien gilt: In den Küstenorten der niederländischen Provinz haben sich in den vergangenen Jahren lukrative Kaufgelegenheiten ergeben.
Die Immobilienpreise in der Region, die aus sechs Inseln und Halbinseln sowie einem Streifen Festland an der Grenze zu Belgien besteht, brachen infolge der Wirtschaftskrise 2008 zwischenzeitlich um bis zu 15 Prozent ein. Viele Investoren zogen sich in dieser Zeit zurück, vor allem deutsche. Seit 2010 steigt die Nachfrage wieder, bloß die Deutschen bleiben weg.
„Vor zehn Jahren waren hier rund 70 Prozent der Ferienhäuser in deutscher Hand“, rechnet Makler Ronald Roose vor, „jetzt sind es kaum noch 20.“ Roose hat sein Büro im Küstenort Zoutelande auf der Halbinsel Walcheren. 80 Kilometer weiter, im Küstendorf Cadzand-Bad, ist der Anteil deutscher Eigentümer laut Makler Willem Pieter van Akker sogar auf fünf Prozent gesunken.

Die Preise haben sich erholt, sie sind weitgehend zurück auf Vorkrisenniveau. Statt der Deutschen sind es jetzt eben Franzosen und Belgier, die hier Ferienhäuser und -wohnungen erwerben. Und die Niederländer selbst.

Gefragt sind vor allem Ferienhäuser mit eigenem Grundstück. Doch davon gibt es nicht viele: Neubauprojekte in Küstennähe sind selten. Immobilien im Ortskern dürfen oft nur als Erstwohnsitz genutzt werden, weil die Gemeinden verhindern wollen, dass in den Wintermonaten alles leer steht. Das verschärft die Knappheit und treibt die Preise.

Günstiger wird es für diejenigen, die sich in einen Ferienpark einkaufen. Bei kaum einem anderen Volk sind diese Anlagen so beliebt wie bei den Niederländern; Ortsfremde verirren sich hier leicht: Die Häuser gleichen wie ein Ei dem anderen; in der Mitte liegt oft ein künstlich angelegter See. Abhängig von Baujahr und Lage kosten die Immobilien zwischen 150.000 und 450.000 Euro. Die Ketten Landal Greenparks und Roompot beherrschen den Markt in Zeeland.
Besonders gefragt – und entsprechend teuer – sind Immobilien in Cadzand-Bad und Domburg. Wer günstigere Objekte bevorzugt, sollte sich im Touristenort Renesse umsehen, weiter östlich auf der Insel Schouwen-Duiveland gelegen. Hier sind Immobilien im Ortskern aufgrund der Erstwohnsitzregelung für Ausländer aber tabu. Dafür findet man im Wohn­gebiet nördlich des Zentrums Häuser ab 180.000 Euro. Allerdings stehen 90 Prozent der Häuser auf Erbpachtgrund, der nicht gekauft, sondern lediglich von der Gemeinde gemietet werden kann. Die Pachtgebühr liegt zwischen 2500 und 6000 Euro pro Jahr und wird in regelmäßigen Abständen an den Verbraucherpreisindex angepasst – und das heißt in der Regel: nach oben.

Makler Jan-Kees Duvekot rät, sich vor dem Kauf genau über die Besitzverhältnisse zu informieren. Im Ferienpark Breezand bei Vrouwenpolder auf Walcheren erhöhte sich die Erbpacht von 1000 Euro auf 3000 Euro jährlich. Viele Eigentümer dort würden derzeit gern verkaufen.

capital.de, 31.01.2017
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