Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Costa degli Etruschi

Die Engländer hatten es vorgemacht. In den 1960er-Jahren kamen auch die ersten Deutschen, bewaffnet mit dem Scheckbuch. Sie kauften sich ihr Stück Toskana, um in den Ferien Bauer zu spielen oder auf der Dorfpiazza den italienischen Lifestyle zu genießen. Die heruntergekommenen Landhäuser und leer stehenden Dorfwohnungen waren spottbillig und wurden mit Hingabe restauriert. So geschehen, nach Chianti und Crete, 20 Jahre später im Küstenstreifen südlich von Livorno. Hier besonders begehrt: das Urlaubsheim in Hügellage mit unverbautem Meerblick.

Die Gründergeneration der Toskanahaus-Besitzer kehrt der Etruskerküste derzeit den Rücken, registriert Makler Stefano Guelfi aus Cecina. „Manche gehen aus Altersgründen, andere weil sie endgültig die Geduld mit der komplizierten lokalen Bürokratie verloren haben.“ Es rücken jüngere Käufer nach, denen das frei stehende Rustico 400.000 Euro und die kleine Gartenwohnung 230.000 Euro wert sind, die Nähe zum Lowcost-Flughafen Pisa inklusive. Das sind im Schnitt zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Weil das Angebot die Nachfrage übersteigt, lassen sich die Käufer Zeit, in der Hoffnung, dass die Preise weiter sinken. „Schnäppchenniveau ist nicht zu erwarten“, enttäuscht Stefano Guelfi die Erwartungen. Bestenfalls weit weg von der Küste, im Landesinneren.

Eigentum in einer der vielen familienfreundlichen Ferienresidenzen entlang der Küste, interessiert deutsche Käufer kaum, bestenfalls in den Hotspots Castagneto Carducci und San Vincenzo; das gemietete Feriendomizil da schon eher. Wochenmieten beginnen für Wohnungen in guten Lagen bei 400 Euro, für Häuser in Toplage bei 1000 Euro.

capital.de, 31.01.2017
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