Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Toskana

Wer von einer Immobilie in Italien träumt, hat meist auch die Toskana im Blick. Dort sind so ziemlich alle Vorzüge des Landes in einer Region vereint: einzigartige Natur, viel Kunst, gute Küche und italienische Gelassenheit. Wer sich für die Toskana entschieden hat, steht dann allerdings noch vor der Wahl, welche Gegend er dort bevorzugt. Die liebliche, sanft geschwungene Gartenlandschaft des Chian­ti? Oder doch lieber die raue Crete südlich von Siena, die je nach Jahreszeit ständig Farbe und Aussehen wechselt? Alternativen als Standort für ein Feriendomizil sind die beiden Küsten­gebiete Costa degli Etruschi bei Livorno und die Maremma mit malerischen Orten wie Castiglione della Pescaia oder dem VIP-Refugium Monte Argentario weiter südlich. Beide Gebiete punkten mit Meer, Sandstränden und vielseitigem Freizeitangebot. Florenz hingegen – bei vielen Deutschen ganz oben auf der Wunschliste – verspricht großartige Architektur, jede Menge Kultur und
eine große Auswahl hervorragender ­Restaurants.
Eine ähnliche Vielfalt existiert auch bei den verfügbaren Ferienimmobilien: von der Renaissancevilla im Garten All’Italiana oder dem rustikalen Landsitz zwischen Zypressen und Olivenbäumen bis zur charmanten Wohnung in einem mittelalterlichen Trutzdorf oder der ­funktionalen Gartenmaisonette in einer kinderfreundlichen Residenz. Die Preisspanne reicht von 1500 bis weit über 10.000 Euro pro Quadratmeter.

Was für alle Gegenden in der Toskana gleichermaßen gilt: Die Preise sind im vergangenen Jahr durchschnittlich um fünf Prozent gefallen, das Angebot ist größer als die Nachfrage, die Käufer lassen sich mehr Zeit. „War das Haus in der Toskana in der Vergangenheit eine ­sichere Investition, die Wertzuwachs versprach, ist es heute zutreffender, von einer inflationsgeschützten Kapitalanlage zu sprechen, die Werterhalt garantiert“, fasst Immobilienexperte Luca Dondi vom Wirtschaftsinstitut Nomisma die aktuelle Situation zusammen.

Die Angst vor einem Auseinander­brechen der Euro-Zone hat die Anleger zwar nicht aus der Toskana vertrieben. Viele warten allerdings erst einmal ab, ob es mit den Preisen nicht doch noch weiter bergab geht. Deshalb von einer Immobilienkrise zu sprechen wäre indes übertrieben. Arrigo Brandini, Vorsitzender der Maklervereinigung FIAIP in der Provinz Florenz, rechnet nicht mit weiteren Preisabschlägen, schon gar nicht in den begehrten Toplagen. Nur wer gezwungen sei zu verkaufen, was bei einigen Weingütern der Fall ist, bleibe mit seinen Preisforderungen unter dem Wert, manchmal um 20 bis 30 Prozent. Wer es sich erlauben könne, warte hingegen ab, bis sich die Situation beruhigt habe, und vermiete seine Immobilie in der Zwischenzeit lieber.

Das muss kein Fehler sein. Der Mietmarkt ist in der gesamten Toskana im Aufwärtstrend. Die bekannten Internetportale melden Rekordbuchungen. Es herrscht die gleiche Typenvielfalt wie auf dem Kaufmarkt, mit einer Preisskala, die bei 200 Euro Wochenmiete beginnt und nach oben offen ist. Das teuerste Objekt, ein Schloss bei Siena, kostet 60.000 Euro wöchentlich. Einen Boom erleben seit mehreren Jahren die tos­kanischen Agriturismi, die italienische Form der Ferien auf dem Bauernhof. Es gibt sie hier sogar in Luxusausführung mit Spa-Bereich und reichhaltigem ­Kursprogramm.

Den Wert der Marke Toskana haben jetzt auch internationale Investoren erkannt. Sie haben große Anwesen, selbst ganze Dörfer aufgekauft, um sie sukzessive zu exklusiven Ferienanlagen mit Wellnessareal und Golfplatz umzubauen. Wie bei dem Toscana Resort Castelfalfi der TUI-Gruppe können sich Kunden aus der ganzen Welt dort eine stilecht renovierte Immobilie kaufen und sie als Fe­riendomizil, Alterssitz oder Anlageobjekt nutzen. Die Idee gefällt dem Makler Nikolaus Barnewitz, der den toskanischen Ferienimmobilienmarkt gut kennt. Allerdings ist er nicht sicher, ob das in anderen Urlaubsgegenden bewährte Konzept auch in der Toskana funktioniert. „Meiner Erfahrung nach suchen die Leute in dieser Region ein individuelles Objekt und keine Lifestyle-Anlage.“

capital.de, 31.01.2017
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