Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Capri

Auf Capri zeigt die Kurve wieder aufwärts: nach dem kräftigen Preissturz der vergangenen zwei Jahre ermittelte das statistische Büro der italienischen Maklerorganisation FIMAA (Federazione Italiana Mediatori Agenti d’Affari) für die Zeit von Januar bis Juni 2010 einen moderaten Preisanstieg von zwei Prozent. Das klingt nicht viel, ist aber nach Bellagio am Comer See der höchste Preisanstieg für Ferienimmobilien in ganz Italien. „Capri hat eine eigene Faszination und deswegen einen absolut ungewöhnlichen Immobilienmarkt“, erklärt Saverio Iaccarino, Präsident der FIMAA für die Region Kampanien und Makler in Sorrent. Kaufinteressenten kommen aus der ganzen Welt, und rigide Gesetze verbieten Neubauten. Beide Faktoren wirken stabilisierend.
Mit einem Durchschnittspreis von 13.100 Euro pro Quadratmeter Wohnraum erreichte Capri mit den Orten Capri, Marina Grande und Marina Piccola gar den ersten Platz unter den Ferienorten am Meer. Nirgendwo erkauft man sich die Traumaussicht auf Wasser teurer als auf der Insel im Golf von Neapel. Italienweit werden nur im Wintersportort Cortina D’Ampezzo höhere Preise verlangt. Anacapri, dem Hauptort Capri seit Jahrhunderten in inniger Feindschaft verbunden und deswegen eine eigenständige Kommune, erreichte im FIMAA-Ranking Platz 7 mit einem Durchschnittspreis von 9.400 Euro. „Die Aussichten für Capri sind recht gut“, bestätigt Francesca Aprea, Inhaberin von Capri Immobiliare. „Aber es ist auch kaum vorstellbar, dass die Lage noch schlechter wird als 2008 und 2009.“ Insgesamt hat sich der Markt stärker ausdifferenziert: Zwar werden in den Toplagen Marina Piccola und vereinzelt auch um die zentrale Piazzetta Capris noch Preise über 20.000 Euro pro Quadratmeter gezahlt, doch es gibt auch Objekte, die nur für gut die Hälfte dessen angeboten werden. Im Hauptort Capri fordern Verkäufer überwiegend zwischen 10.000 und 14.000 Euro pro Quadratmeter für ihre Wohnungen. Häuser in einfachen und mittleren Lagen sind für Preise unter einer Million zu bekommen, können aber bei guter Ausstattung und Aussicht auch das Drei- bis Vierfache kosten.

Auffällig ist, dass derzeit viele große Villen und Appartements angeboten werden – Wohnflächen über 150 oder gar 200 Quadratmeter sind auf ganz Capri keine Rarität mehr, nicht einmal im exklusiven Marina Piccola. Noch 2008 blieb es mangels Offerten selbst für diejenigen beim Traum, die sich die mindestens fünf Millionen Euro leisten können, die für ein großes Objekt mit perfektem Meerblick fällig sind.

Heute besteht die Chance, den Wunsch vom großzügigen Wohnen auf der kleinen Insel wahr zu machen. Und: Nach dem tiefen Fall in den vergangenen beiden Jahren und der bereits eingeleiteten Trendwende ist es unwahrscheinlich, dass die Preise noch einmal nach unten rutschen. Dennoch kann vom Run auf die Raritäten keine Rede sein. Das Angebot überwiegt die Nachfrage, und auch die Vermittlungsfristen haben sich, so Maklerin Aprea, verlängert. Trotz der Zurückhaltung potenzieller Kunden blickt sie verhalten optimistisch in die Zukunft: „Die Krise ist noch nicht vorbei. Aber Capri hat für sich einfach einen eigenen Wert.“

capital.de, 31.01.2017
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