Die besten Wohnlagen für Ferienimmobilien in Belgien

Die belgische Küste ist nur 67 Kilometer lang, aber extrem begehrt. Nicht nur hunderttausende Einheimische stillen hier ihre Sehnsucht nach Strand und Meer, auch Deutsche, Franzosen und Engländer strömen in die Region zwischen De Panne im Süden und Knokke im Norden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Hotels in die menschenleeren Dünenstreifen gesetzt. Nach dem zweiten Weltkrieg begann eine lebhafte Bautätigkeit. Doch der Boom, der Anfang dieses Jahrtausends einsetzte, ist einzigartig: Zwischen 2001 und 2005 stieg die Zahl der Bauanträge kontinuierlich. Mittlerweile hat die Küste ein komplettes Facelifting hinter sich.\r\n\r\n„Projektentwickler zahlten für kleine Häuser aberwitzige Preise, nur um diese Objekte abzureißen und dort neue Apartmentkomplexe zu errichten“, sagt Frank Thiers, Vize-Chef des Maklerverbandes BIV und Geschäftsführer von Sofra Immobiliën in Oostende. Teilweise verdoppelten sich die Preise für Apartments zwischen 2001 und 2007. Seitdem stagnieren sie. Nach wie vor begehrt sind die besten Lagen an der Küste. In Knokke etwa ist in Spitzenlagen unter 10.000 Euro je Quadratmeter keine Wohnung zu haben. Die Preise an den gefragten Standorten dürften – wenn auch auf hohem Niveau etwas gedämpft – allein deshalb weiter steigen, weil hier Ferienwohnungen fast ausverkauft sind. Das Angebot wird knapp, auch in Knokke mit seinem exquisiten Apartmentkomplex Finis Terrae direkt an Meer und Dünen. „Solche Vorhaben sind künftig unmöglich. Die Gemeinde will die letzten grünen Zonen schützen. Das so verringerte Angebot hält die Preise hoch“, sagt Patrick Cambier, Geschäftsführer von Cambier-Denil. \r\n\r\nDoch manch früherem Knokke-Fan wird das Städtchen langsam zu voll. Immer mehr flüchten sich ins beschaulichere Oostduinkerke in der Gemeinde Koksijde. „Sie möchten nicht auf dem Präsentierteller wohnen“, sagt die Maklerin Ann Vanhauwaert. Überhaupt setze ein großer Teil der Ferienimmobilienkäufer in Belgien auf Qualität. „Die Leute wollen Perfektion. Am schnellsten verkaufen sich hier die teuersten Objekte“, so Vanhauwaert. \r\n\r\n\r\nIm Örtchen Wenduine, östlich von De Haan, kosten Apartments derzeit zwischen 1500 und 9000 Euro pro Quadratmeter. Die teuren Lagen bieten Meerblick. Maklerin Tania Roose von Wendimo ist davon überzeugt, dass sie trotz der Preise am oberen Ende der Spanne eine gute Investition sind. Die Immobilienwerte im Zentrum von Wenduine dagegen stagnieren. \r\n\r\nOostende war bis vor etwa 25 Jahren unbestritten die „Königin der Badeorte“. Dann sorgten Fehler in der Bau- und Strukturpolitik sowie veränderte Ansprüche der Urlauber dafür, dass die Stadt oft aus Ferienplänen gestrichen wurde. Nach der langen Tristesse hat sich am Stadtbild wieder einiges getan. Hochwertige Immobilien geben dem Badeort den einstigen Glanz zurück. „In Oostende lohnt sich etwa eine Investition in ein Innenstadtapartment für 200.000 Euro“, sagt Makler Frank Thiers.\r\n\r\nAuch Nieuwpoort nutzte den Bauboom und strahlt inzwischen Exklusivität aus. Dazu trägt die gelungene Bebauung an der IJzermündung bei: Die 1200 Apartments entlang des Hafenbeckens bieten eine schöne Aussicht. Allerdings haben nicht alle Wohnungen Käufer gefunden. Die noch freien Apartments sind daher billiger zu haben. Schuld an dem Leerstand ist weniger die Wirtschaftskrise als der ungebremste Bauboom. Trotzdem will Nieuwpoorts Bürgermeister den flämischen Badeort zu Europas größtem Yachthafen machen. Aufgrund des Überangebots stagnieren, beziehungsweise sinken die Preise. Damit hat auch De Panne zu kämpfen, das direkt an der Grenze zu Frankreich liegt. Keine Einbußen erleben dagegen Gourmets: In De Pannes Walckierstraat lässt es sich gut essen. Das Le Fox verdankt der guten flämischen Küche zwei Michelin-Sterne.

capital.de, 31.01.2017
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