Junge EliteSilvan Wagenknecht - nur noch kurz Europa retten

Seite: 2 von 2

Du bist auch bei den Jusos. Wäre es nicht einfacher für dich, sich da in einem Ortsverband auf Rügen zu engagieren?

Das Engagement in einer Bürgerinitiative ist nicht wirklich mit dem in einer Partei vergleichbar. Bei „Pulse of Europe“ kann ich schneller etwas verändern – indem ich Demonstrationen organisiere kann ich die Gesellschaft in eine proeuropäische Richtung lenken. Bürgerinitiativen sind niedrigschwelliger. In Parteien ist das ein viel weiterer, eingestaubter Weg. Ich war zudem erst bei „Pulse of Europe“ und bin dann vor ein paar Monaten noch Mitglied bei den Jusos geworden.

Gab es einen Anlass?

Das Engagement für „Pulse of Europe“ hat mich weiter politisiert. Ich bin der Meinung, dass wir in Deutschland eine starke proeuropäische Partei brauchen und da kommt für mich am ehesten die SPD in Frage.

Hat sich durch dein Engagement für „Pulse of Europe“ auch deine berufliche Zukunftsperspektive verändert?

Ich möchte meine Ausbildung zum Mediengestalter auf jeden Fall beenden. Aber danach will ich nach Berlin ziehen und sehen wie ich das, was ich gelernt habe mit Politik verbinden kann. Parteien, Vereine, Initiativen brauchen ja alle einen guten Außenauftritt.

Und wie geht es mit „Pulse of Europe“ weiter?

Seit Sonntag (25.2.) demonstrieren wir wieder. Schließlich steht ja wieder eine Wahl in einem europäischen Land bevor – in Italien geht es jetzt auch um einen pro- oder antieuropäischen Kurs.

Ihr werdet also wie im letzten Jahr immer sonntags zu Kundgebungen aufrufen?

Es wird vermutlich nicht mehr so regelmäßig sein wie im letzten Jahr. Wir arbeiten an neuen Konzepten, wie Bürgerparlamenten, wo die Ideen der Teilnehmer auch tatsächlich an Mandatsträger weitergegeben werden. Der Bürgerdialog zu Europa steht für uns im Mittelpunkt.

Lesen Sie weitere „Junge Elite“-Interviews mit Nora Blum, Paula Schwarz, Milena Glimbovski, Jan Thurau

Junge Elite von Capital: Das sind die Jüngsten