LichtkonzernOsram - Chronik eines Managementversagens

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Donnerstag, 28.03.2019

Osram gibt die dritte Gewinnwarnung in zwölf Monaten heraus: Statt wenigstens geringfügig zu wachsen, fällt der Umsatz nach der neuen Prognose gegenüber dem Vorjahr um elf bis 14 Prozent. Jetzt ist von einem negativen Cashflow von 50 bis 150 Mio. Euro die Rede. „Wir können nicht glauben, was vor unseren Augen abläuft“, sagt Manager Huber.

Freitag, 29.03.2019

Amerikanische Shortseller erhöhen ihre Wette auf einen weiteren Kursverfall der Osram-Aktie. Insgesamt liegen die Netto-Leerverkaufspositionen nun bei 6,67 Prozent des gesamten Aktienkapitals – ohne kleinere Posten, die nicht meldepflichtig sind.

Samstag, 30.03.2019

Über den Ticker läuft mal wieder ein Interview Berliens. Die „intensiven Gespräche“ mit Bain Capital und einem weiteren Investor liefen weiter: „Wir kommen gut voran.“

Dienstag, 23.04.2019

Konfrontiert mit den Capital-Recherchen räumt Osram-Kommunikationschef Jan-Peter Schwartz ein, der Konzern habe in den letzten Jahren „sehr viel gleichzeitig angepackt“. Manches sei „liegen geblieben“, was man nun in den Griff bekommen müsse. Verzettelung? Nein, das nicht. Aber eine „extreme Transformation“, die einige Mitarbeiter überfordert habe. Beim regelmäßigen „Web-Chat“ des Vorstands mit den 1500 Führungskräften spüre man: „Die Fragen nehmen zu.“

Donnerstag, 08.05.2019

Bain Capital verhandelt weiter über eine Übernahme von Osram. „Die schauen jetzt seit Wochen unter jeden Teppich, weil sie unseren Zahlen nicht trauen“, sagt Huber.

Mittwoch, 15.05.2019

Osram stoppt überraschend das erst im Januar angelaufene Programm zum Rückkauf eigener Aktien.

Freitag, 07.06.2019

Bain und Osram verhandeln noch. Die Aktie pendelt seit Tagen zwischen 26 und 26,50 Euro, den tiefsten Ständen seit fünf Jahren.

Freitag, 05.07.2019

Vorstand und Aufsichtsrat stimmen dem Verkauf an die US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle zu. Gerade mal 3,4 Mrd. Euro werden für Osram fällig. „Bain und Carlyle sind für Osram die richtigen Partner zur richtigen Zeit“, sagt Berlien. Ob die Aktionäre das auch so sehen? Bis Ende September müssen mindestens 70 Prozent von ihnen dem Verkauf zustimmen.


Der Beitrag ist in Capital 07/2019 erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay