Kommunale FinanzenFördermittel für die Städte der Zukunft

Manfred vom Sondern am Whiteboard einer Gelsenkirchener Schule
Manfred vom Sondern am Whiteboard einer Gelsenkirchener SchuleNRW.BANK

Kämmerer in Deutschland sind nicht zu beneiden. Nicht genug damit, dass die meisten Kommunen sich durch eine anhaltende Konsolidierungsphase kämpfen müssen – die Herausforderungen der Zukunft ziehen auch noch einen großen zusätzlichen Finanzbedarf nach sich. Denn ob Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung oder die Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte: Die Liste kostenintensiver Aufgaben für Städte, Gemeinden und Kreise wird ständig länger.

In Nordrhein-Westfalen gehört es daher zu den wichtigsten Aufgaben der landeseigenen NRW.BANK, die 396 Kommunen und 31 Kreise des Landes auf ihrem Weg in die Zukunft zu unterstützen. Zu ihrem Angebot gehören zinsverbilligte Kredite und eine von Produkten und Anbietern unabhängige Förderberatung. „Für uns ist nicht nur die Verwendungsbreite der Mittel ein großer Vorteil“, betont beispielsweise Manfred vom Sondern, der sich als Chief Digital Officer von Gelsenkirchen um die Digitalisierungsprojekte seiner Stadt kümmert. „Wichtig ist für uns auch, dass der Zugang zu den Fördermitteln sehr einfach ist.“

Gut vernetzte Stadt

Gelsenkirchen nutzte das Förderprogramm „NRW.BANK.Gute Schule 2020“, um digitale Medien im Unterricht einzusetzen und damit die Vision von der Schule 4.0 zu verwirklichen. Auf dem Weg zur vernetzten Stadt wurden bereits alle 86 Schulen der Stadt ans Glasfasernetz angeschlossen. Und schon bald sollen in allen 1.600 Klassenzimmern moderne Whiteboards hängen, die Lehrern und Schülern weit umfangreichere Möglichkeiten des Wissenserwerbs bieten als Schultafel und Kreide.

Das Geld für die Digitalisierungsmaßnahme stammt aus dem Programm „NRW.BANK.Gute Schule 2020“. Insgesamt zwei Milliarden Euro für die Jahre 2017 bis 2020 stellen die NRW.BANK und das Land Nordrhein-Westfalen damit den Städten, Gemeinden und Kreisen in NRW zur Verfügung. Das Geld wird in festen Kontingenten auf alle Kommunen aufgeteilt. So wird sichergestellt, dass es nicht darum geht, die Anträge so schnell wie möglich einzureichen, sondern dass über einen durchdachten Maßnahmenplan Investitionen getätigt werden, die nachhaltige Wirkung zeigen.

Die Stadt – emissionsfrei & klimaschonend

Ebenso wie Gelsenkirchen auf seinem Weg zur vernetzten Stadt profitieren auch Köln und die Metropole Ruhr von der Unterstützung der NRW.BANK. Bis 2021 wollen die Kölner Verkehrs-Betriebe rund 50 neue emissionsfreie E-Busse anschaffen. Hierfür sicherte sich das Kommunalunternehmen ein zinsgünstiges Darlehen von rund 3,6 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „NRW.BANK.Elektromobilität“.

Und was 2010 mit dem Projekt „InnovationCity Ruhr“ (ICR) in Bottrop begann, soll 2020 geschafft sein: die Halbierung von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Vergleich zu 2010 sowie die Verbesserung der Lebensqualität. Die NRW.BANK fördert das Klimaprojekt mit 400.000 Euro. Von 2016 bis 2019 wurden die in Bottrop gesammelten Erfahrungen im „InnovationCity roll out“ mit energetischen Quartierskonzepten auf 20 Quartiere in 17 Kommunen des Ruhrgebiets übertragen. Deutschlandweit profitieren Kommunen von der Bottroper Expertise – zum Beispiel Berlin, Hamburg und Osnabrück.

Das Ziel sämtlicher Förder- und Finanzierungsleistungen sowie Beratungsangebote der NRW.BANK besteht darin, die kommunale Handlungsfreiheit und die Lebensqualität für die Bürger zu sichern. Mehr Informationen über Themen und Produkte der Förderbank finden Sie hier.

Emissionsfreie Busse fahren durch Köln
Emissionsfreie Busse fahren durch Köln (Foto: KVB)

Ideenwettbewerb für NRW-Kommunen

Digitalisierung, moderne Mobilitätskonzepte, schonender Umgang mit Ressourcen: Um Ideen für die Zukunft von Städten, Gemeinden und Kreisen in Nordrhein-Westfalen zu fördern, richtet die NRW.BANK zum sechsten Mal ihren Ideenwettbewerb für Kommunen aus. Gesucht werden Lösungsansätze, die das Engagement für ihre Bürger sichtbar machen. „Als Förderbank wissen wir, dass gerade in NRW viele Kommunen und kommunale Unternehmen sehr innovativ unterwegs sind. Hier stärken wir ihnen mit dem Ideenwettbewerb den Rücken“, sagt Michael Stölting, Vorstandsmitglied der NRW.BANK. Kommunen und kommunale Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen können sich bis zum 29. Februar 2020 mit ihren Ideen und Konzepten rund um die Themen Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Mobilität bewerben.

Auf die drei überzeugendsten Konzepte warten Preisgelder in Höhe von 30.000, 20.000 und 10.000 Euro. Mehr Infos gibt es hier