Happy GermanyDiese fünf Dinge zeigen, wie gut es Deutschland geht

Die Sorgen in Deutschland schienen auch dieses Jahr wieder groß. Aber mehr als vier von fünf Deutschen bekennen auch, dass ihre eigene wirtschaftliche Lage gut ist – 84 gegenüber 73 Prozent bei der Wahl 2013. Die ganzen Daten über Wachstum, Löhne und Arbeitslosigkeit sind die eine Seite. Es gibt auch Indizien im Alltag, in den Häusern und auf den Straßen – kleine Symbole des Wohlstands:

#1 Boxspringbetten – der neue Hype

Um die aus den USA stammenden Betten mit der doppelten Matratze ist in den letzten Jahren ein regelrechter Hype entstanden. Sie gelten laut den Konsumforschern von GfK als „iPhone der Bettenbranche“. 2014 wurden bereits 650.000 Stück pro Jahr verkauft, 2016 waren es schon 1,2 Millionen. Der Boom flaut zwar ab und die Preisspannen sind groß –einige kosten nur wenige Hundert Euro, andere fünfstellige Beträge – unter Strich aber geben die Deutschen mehr fürs Schlafzimmer aus, dass sie sonst gern vernachlässigen. Auch viele Singles legen sich die Betten-Raumschiffe zu. „Die Deutschen“, so die Gfk-Experten, „schlafen gerne hoch“. Und teuer.

#2 Flachbild-Fernseher – Big is beautiful

Die deutsche Glotze wird größer. Laut einer Studie der Gesellschaft zur Förderung der Unterhaltungselektronik (gfu) aus dem Mai waren sechs von zehn Fernsehern größer als 42 Zoll. Bei den Verkaufszahlen nach Bildschirmgröße zeigt sich ein ähnliches Bild: 2013 betrug der Anteil der Fernseher, die größer als 55 Zoll waren, noch acht Prozent. Ende dieses Jahres, so die Erwartung, wird der Anteil bei 23 Prozent liegen. Der Anteil der Fernseher, die kleiner als 36 Zoll sind, ist von 43 auf unter 32 Prozent gesunken. In einer Umfrage der gfu gaben 43 Prozent an, mehr als 1000 Euro für ihr Neugerät ausgeben zu wollen (Vorjahr: 30 Prozent)

#3 SUVs – Schneller, größer, teurer

Deutschland gibt Gas, Diesel-Skandal hin oder her. Besonders die SUV (Sport Utility Vehicle), also Geländelimousinen, boomen, sie sind Auto und urbaner Lifestyle zugleich. Kombi war gestern, egal ob man im In-Virtel wohnt oder aus er Vorstadt gekrochen kommt – die Kids müssen schon aus einem SUV purzeln. Diese werden überhaupt erst seit 2013 als eigene Kategorie beim Kraftfahrt-Bundesamt verfasst. 2013 wurden knapp 250.000 Stück abgesetzt, 2016 waren es schon 425.000. Ein Plus von 73 Prozent. Auch die Motorisierung der Autos insgesamt hat zugenommen. Wenn man sich die Neuzulassungen von Pkw nach Höchstgeschwindigkeit anschaut fällt auf: Die Anzahl der Autos, die 231 km/h oder mehr fahren können, ist seit 2021 um 58 Prozent von 253.000 auf gut 400.000 gestiegen. Die über 200 km/h fahren können steig um 20 Prozent von 885.000 auf 1,07 Millionen.

#4 Espressovollautomaten – Alles auf Knopfdruck

Die Alleskönner sind aus den meisten Küchen nicht mehr wegzudenken – auch wenn zwischendurch mal ein Filter-Retro-Trend ausgerufen wurde. So eine Jura oder DeLonghi mit OneTouch-Cappuccino, Espresso auf Knopfdruck und TFT-Display gehört schon in die offene (meist ebenfalls gerade aufwändig renovierte) Küche. Von Januar bis Juni lag das Wachstum der Espressovollautomaten im GfK Panelmarkt bei fünf Prozent. In den Gesamtjahren 2015 und 2016 lag es im Vergleich zu den Vorjahren bei 15 und neun Prozent (Quellen: GfK POS Tracking SDA)

#5 Grills – heißer Markt, saftiges Wachstum

Jeder zweite Deutsche grillt immer noch am liebsten mit Kohle, und 80 Prozent grillen regelmäßig. „Rund um die Freiluftkulinarik hat sich eine wahre Industrie entwickelt“, stellt der E-Commerce-Marktforsher Metoda fest, „die mit immer neuen Produkten für jeden Geschmack und jedes Budget das richtige Angebot parat hat.“ Rund 1,2 Mrd. Euro haben die Deutschen laut dem Kölner Handelsforschungsinstitut IFH 2016 für Grillgeräte, Brennstoffe und Zubehör aus. Der große Boom setzte zwar schon vor vielen Jahren ein, bereits 2013 freute sich der Hersteller Weber über zweistellige Wachstumsraten – inzwischen ist das Wachstum mit 1,7 Prozent bescheidener. Klar, Sättigung im Markt. Aber die Hersteller blieben nicht tatenlos. „Das Zubehörgeschäft wird immer wichtiger“, sagen die Experten vom IFH und sehen einen „Trend zum Zweitgrill“.