Josef Ackermann kehrt nach seinem Bonusverzicht 2008 in die Gruppe der Spitzenverdiener zurück: Für 2009 erhält der
Deutsche Bank-Chef insgesamt 9,5 Millionen Euro, davon 8,2 Millionen Euro als Bonus. Im Jahr zuvor hatte Ackermann nach dem mit 4,8 Milliarden Euro größten Konzernverlust in der Geschichte der Bank lediglich 1,4 Millionen Euro Fixgehalt kassiert.
Insgesamt erhalten die acht Vorstandsmitglieder des Institutes für 2009 knapp 7 Millionen Euro an fixer und 32 Millionen Euro an variabler Vergütung. Das teilte die Bank am Dienstag mit. Sie war im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt und hatte nach Steuern 5 Milliarden Euro verdient. 2008 waren lediglich 4,5 Millionen Euro als Festgehalt gezahlt worden.
Zum Vergleich:
RWE als einer von Deutschlands bestverdienenden Konzernen kam auf 3,6 Milliarden Euro Gewinn; Vorstandschef Jürgen Großmann bekam dafür ein Gehalt von 7,2 Millionen Euro.
Siemens-Chef Peter Löscher kassierte bei einem Gewinn von 2,5 Milliarden Euro 7,1 Millionen Euro.
Mit der Verneunfachung der Vorstandsbezüge riskiert die Deutsche Bank, die ohne Staatshilfe durch die Krise gekommen war, erneut eine Debatte um hohe Managergehälter. Millionenboni gelten als eine der Ursachen der Finanzkrise. Das Argument der Kritiker: Hohe Boni und die Ausrichtung auf kurzfristigen Erfolg beförderten die Risikoneigung vor allem der Investmentbanker.
Um ihren Kritikern entgegen zu kommen, stellt die Deutsche Bank ihre Vergütungsstruktur um. Generell werden künftig 60 Prozent der variablen Gehaltsbestandteile zeitversetzt ausgezahlt, mehr als 50 Prozent davon in Form von Aktien. Damit geht die Deutsche Bank über die Forderungen der deutschen Finanzaufsicht BaFin hinaus, die einen Bonusanteil von 40 Prozent empfiehlt.
Dafür steigt das Fixgehalt je Vorstand wie bereits schon 2009 um 350.000 Euro. Von den zugeteilten Aktien wiederum müssen 45 Prozent bis zum Ende der Dienstzeit gehalten und dürfen nicht verkauft werden
Wie viele andere Großbanken führen die Frankfurter zudem eine „Malus“-Komponente ein: Sowohl die zugesagten Bar- als auch die Aktienzahlungen können verfallen, sofern die Vorstände entweder Rechtspflichten verletzen oder die Bank einen Konzernverlust erwirtschaftet.
Zumindest sinken können die Boni, wenn die Bank ihre Ziele für ein Geschäftsjahr verfehlt: So misst sie ihren Erfolg künftig stärker als bisher an ihrer Eigenkapitalrendite im Vergleich zu der ausgewählter Konkurrenten. Hinzu kommt die Kursentwicklung sowie die Dividendenrendite der Deutsche-Bank-Aktie.
Entwickeln sich diese Parameter besser als die der Wettbewerber, können die Boni steigen – aber nur bis zu einer gewissen Grenze. Allerdings bleibt es im Ermessen des Aufsichtsrates, davon abweichend aufgrund besonderer individueller Leistungen den Vorständen mehr zu zahlen.
Eine Sonderrolle wird indes den für das Investmentbanking zuständigen Vorständen Michael Cohrs und Anju Jain eingeräumt. Sie erhalten jenseits der für alle geltenden Kriterien spezielle Prämien für den Geschäftserfolg ihrer Sparte. Allerdings: Erwirtschaftet das Investmentbanking der Deutschen Bank einen Verlust, der Konzern aber trotzdem einen Gewinn, verlieren Cohrs und Jain nicht einmal zugesagte Leistungen – mit Blick auf ihre Spartenprämien gilt für sie die Malus-Regel also nicht. Der Konzernverlust der Deutschen Bank 2008 ging im Wesentlichen auf das Investmentbanking zurück.
Quelle: ftd.de
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