14.02.2007
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Deutschlands beste Arbeitgeber 2007
Deutschlands beste Arbeitgeber 2007
Foto: capital.de

Firmenkultur

Deutschlands beste Arbeitgeber

von Stefan Merx, Thomas Mersch

Das Management führt fair, die Mitarbeiter sind stolz auf ihre Firma: Capital zeigt 50 heraus ragende Unternehmen - mit zum Teil unkonventionellen, aber erfolgreichen Methoden.

Ob Michael Ganser Spaß hat bei der Arbeit? Die Frage erübrigt sich nach einem Blick auf den Bildschirm seines Laptops. Ein Tastendruck und das Homevideo startet. Es dauert knapp zwei Minuten und würde als Slapstick-Nummer beim Internetportal Youtube für Furore sorgen. Hauptdarsteller sind kickende, schwitzende Cisco-Manager. Ganser, 42-jähriger Deutschland- Chef des IT-Unternehmens, gibt den Klinsmann, er hält eine feurige Kabinen rede, treibt die Kollegen an. Die Cisco-Persifl age auf den WM-Film „Deutschland - ein Sommermärchen“ hat den Charme des Authentischen. „So was kann man nicht kaufen“, freut sich Ganser. „Das kostet eine durchgemachte Nacht und eine Flasche Rotwein.“

Auch den rund 700 Mitarbeitern geht es - zurück hal tend ausgedrückt - ziemlich gut. Das ist sogar amtlich: Cisco Systems springt im Wettbewerb „Deutschlands beste Arbeitgeber 2007“ ganz oben aufs Treppchen. „Wir verknüpfen amerikanische Hochleistungskultur mit familiärem Zusammenhalt“, erläutert Ganser. Die Botschaft kommt offenbar an: Auch in der Kategorie „Glaubwürdigkeit der Führungskräfte“ schlägt der Netzwerkspezialist alle anderen 198 Firmen, die sich dem strengen Qualitätstest gestellt haben. Die Vorjahresbesten Consol Software und Membranspezialist W. L. Gore landen erneut auf Medaillenrängen. Unter den Konzernen punkten SAP, Boehringer Ingelheim und Eon Ruhrgas besonders. Zudem gibt es fünf Sonderpreise, für Themen wie Chancengleichheit der Geschlechter (Sensorspezialist Sick) oder Förderung älterer Arbeitnehmer (Direkt bank ING-Diba).

Das Konzept des Wettbewerbs, der in 27 Ländern läuft, stammt aus den USA (Original-Titel: „Great Place To Work“). Entscheidend sind Kriterien wie faire Bezahlung oder respektvoller Umgang. Im Verlauf einer zweistufi gen Bewertung begutachten Experten zunächst die jeweiligen Programme in Sachen Unternehmens- und Führungskultur. Inwieweit diese tatsächlich gelebt werden, dazu äußerten sich insgesamt 38 337 zufällig ausgewählte Mitarbeiter anonym. „Die Fragebögen sind die Nagelprobe“, bekräftigt Frank Hauser, Leiter des mit der Erhebung betrauten Great Place To Work Institute Deutschland. Weitere nationale Partner sind der Kölner Direktversicherer Asstel als Hauptsponsor, die Initiative Neue Qualität der Arbeit des Bundesarbeitsministeriums und Capital.

Dieser Qualitäts-Check liefert den Firmen, die für den Evaluierungsprozess eine größenabhängige Aufwandsentschädigung zahlten, nicht nur starke Argumente im Wettbewerb um talentierte Fach- und Führungskräfte, sondern auch Ansatzpunkte für Verbesserungsprozesse in der Personalarbeit. Ambitionierte Arbeitnehmer wiederum fühlen sich in ihrer Jobwahl bestätigt - oder erfahren, zu welchen anderen Unternehmen der Wechsel besonders lohnt. „Wir wollen dazu beitragen, die Initiative populär zu machen und dadurch unternehmensübergreifendes Benchmarking und Networking zu fördern“, sagt Asstel-Chef Gerd Schulte. Erfol greich und vorbildlich sind nach Einschätzung von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering all jene Unternehmen, deren Management exzellent mit der Mannschaft zusammenarbeitet: „Das setzt Mitwirkungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten der Arbeitnehmer voraus.“ Tatsächlich haben die Top-50-Firmen des letzten Jahres im Schnitt mehr als elf Prozent mehr Mitarbeiter eingestellt.

Ähnlichen Erfolg meldet auch der aktuelle Sieger Cisco Systems, der im Wettbewerb immerhin 93 Prozent der maximal möglichen Punkte erreichte: „Unsere Belegschaft wächst um deutlich mehr als zehn Prozent“, sagt Personalleiter Guido Wallraff. Gesucht werden Teamspieler aller Fachrichtungen mit Blick für den Nebenmann - die gleichzeitig „extrem selbstgesteuert“ agieren. Arbeitszeiterfassung? Bei Cisco ebenso unnötig wie ein Betriebsrat.

Michael Ganser lebt sogar ohne festen Schreibtisch. „Ich bin virtuell organisiert“, sagt der vielfl iegende Chef. Einziger Haken: „Nirgends kann ich Bilder meiner Söhne aufhängen.“ An seinem Gürtel baumelt ein Plastikkärtchen - der „Kultur-Badge“, auf dem spickzettelartig die Unternehmens werte zusammengefasst sind. Darunter „Fun“, „Open Communication“, „Quality Team“, vor allem aber „Empowerment“: Dem Mitarbeiter werden Hürden aus dem Weg geräumt, Erfolgschancen aufgezeigt - und Mut zur Eigenverantwortung gemacht.


Was die Leser sagen

Dirk Sildatke
15.02.2007 | 07:46
Wertung für Deutsche Lufthansa AG

Sehr geehrte Damen und Herren,
Im Jahr 2006 nahm ich an einer ähnlichen Befragung der Lufthansa Technik AG teil. Ein Ergebnis der Auswertung habe ich bis heute nicht erhalten. Meine Frage: Hat die Deutsche Lufthansa (Lufthansa Technik AG) an dieser Befragung auch offiziell teilgenommen? Wenn ja, wo kann ich die Ergebnisse bzw. die Bewertung einsehen? Wo ist es möglich die komplette Rangliste anzuschauen? Wo hat sich mein Unternehmen in diesem Ranking platziert?
Vielen Dank für Ihre Informationen.

(Kommentare 1-1 von 1)

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