02.06.2006

Personalplanung

Gefährliche Lücken

von Christian Schlesiger

Die allermeisten Chefs vernachlässigen die Rekrutierung und Förderung künftiger Top-Führungskräfte. Lediglich 20 Prozent der Konzerne besetzen offene Positionen im oberen Management immer nahtlos mit eigenen Kandidaten.

Bei acht von zehn entstehen oft längere Personallücken, in der die Stellen so lange unbesetzt bleiben müssen, bis Headhunter geeignete Externe gefunden haben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der internationalen Consultingfirma Hewitt Associates unter 100 europäischen Großunternehmen, darunter 38 deutsche.

Gefahr. „Fehlende Nachfolgeplanung führt zu Produktivitätsverlusten“, warnt Hewitt-Geschäftsführer Piotr Bednarczuk. „Unternehmen, die über eine strukturierte Nachfolgeplanung verfügen, haben eine höhere Ertragskraft als Unternehmen ohne Förderungsprogramme.“ Beispielhafte Konzerne wie BMW, Lufthansa, Voith und Degussa würden ihren Nachwuchs strategisch heranziehen. Das Wichtigste dabei ist ein transparenter Prozess. „High Potentials, die wissen, ab welcher Hierarchieebene welche Kompetenzen gefragt sind, können gezielt an ihren Fähigkeiten arbeiten.“ Gleichzeitig werden potenzielle Nachfolger frühzeitig ausgemacht und individuell gefördert.

So verkraftet beispielsweise die Lufthansa den Weggang von Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley problemlos. Ab Juni ersetzt ihn Stephan Gemkow, derzeit noch Finanzchef der Cargo-Sparte. Dessen Nachfolger im Amt ist ebenfalls ein Eigengewächs.


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