Wenn die Technologie egal ist, warum sind dann in der Auflistung der unterversorgten Gemeinden sehr viele Orte zu finden, in denen es bereits schnelles Internet gibt aber beispielsweise noch kein schnelles Umts?
Der Grund dafür ist, dass sich die Versorgung dünn besiedelter Gebiete mit schnellen Internetverbindungen seit dem Zeitpunkt der Ausschreibung der neuen Lizenzen deutlich verbessert hat.
Nach dem Willen der Bundesnetzagentur sollten die sogenannten LTE-Lizenzen vorrangig dazu dienen, die vorhandenen Lücken bei der Internetanbindung ländlicher Regionen zu schließen. Mit dem Kauf der Frequenzen verpflichteten sich die drei Telekomkonzerne, die unterversorgten Gebiete beim Aufbau der neuen Sendeanlagen bevorzugt zu behandeln. Genau diese Auflage kommt nun vielfach nicht zum Tragen, weil zum Beispiel DSL-Anbieter und Kabelnetz-Betreiber in der Zwischenzeit bereits eine Breitband-Infrastruktur aufgebaut haben, die das Surfen im Web mit einer Übertragungskapazität von mehr als einem Megabit pro Sekunde in vielen der betroffenen Gegenden erlaubt.
Die Art und Weise wie die Funklöcher geschlossen würden, sei unerheblich, sagte ein Sprecher der Regulierungsbehörde dem Magazin. Entscheidend sei der aktuelle Ausbaustand - "egal auf welchem Weg" dieser erreicht werde. Damit können die Deutsche Telekom, Vodafone sowie der zum spanischen Telefónica-Konzern gehörende Anbieter O2 einen Teil der für die ländlichen Gebiete vorgesehen Investitionen in den Aufbau der LTE-Netze in Großstädten und Metropolregionen stecken - was deutlich mehr Gewinn verspricht, weil mit weniger Sendeanlagen deutlich mehr Kunden erreicht werden.
Die drei Unternehmen hatten im Mai die früher für die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen genutzten Frequenzen für jeweils rund 1,2 Milliarden Euro ersteigert.
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