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03.09.2010
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Steve Jobs bei einer Präsentation des iPads
Steve Jobs bei einer Präsentation des iPads
Foto: AFP

Smartpads auf der Ifa

Konkurrenz bläst zum Angriff auf das iPad

von Andreas Albert

Steve Jobs prescht vor und die ganze Branche jagt hinterher. So war es bei den Smartphones und so ist es bei den Tablet-PCs. Doch die Konkurrenz beschränkt sich nicht auf Nachahmung - und Apple könnte sich selbst im Weg stehen.

Ohne Apple keine Revolution. Erst Heim-PC, dann iPod und iPhone - nun das iPad. Apple hat wieder einmal einen Markt geschaffen, der vorher nur ansatzweise vorhanden war. Steve Jobs bescherte der Welt die Apple-Version eines Tablet-PC: Das iPad mit seinem berührungsempfindlichen Bildschirm hat etwa die Größe eines DIN-A4-Blattes und wiegt rund 700 Gramm. Wie ein Mobiltelefon ist es mit einem Tastendruck eingeschaltet. Darauf hatten offenbar viele gewartet: Im ersten Quartal nach dem Marktstart verkaufte Apple rund 3,3 Millionen Geräte. "Mehr als mir lieb ist", wie Microsoft-Chef Steve Ballmer eingestehen musste.

Bereits kurz vor der offiziellen Ankündigung des iPad hat Microsoft Anfang des Jahres versucht, mit sogenannten Slates eine Vorreiterrolle bei den Tablet-PCs zu übernehmen. Allerdings war die Vorstellung ein Flop. Konzernchef Ballmer konnte nur Prototypen ohne Funktion präsentieren. Bald danach sprang Hewlett-Packard als einer der Partnerhersteller für die Geräte ab und kündigte ein eigenes Produkt mit einem neu entwickelten Betriebssystem an. Aus Microsofts Vision, das Betriebssystem Windows 7 auf den Geräten zu etablieren, dürfte nichts werden. Auch Pläne für einen eigenen Slate begrub der Softwareriese.

Im Laufe des Jahres werden jedoch einige Hersteller neue Geräte auf den Markt bringen und so dafür sorgen, dass sich die Kategorie der Tablet-PCs durchsetzt. So wird Samsung auf der Ifa den Galaxy Tab präsentieren. Das Gerät ist mit einem sieben Zoll großen Bildschirm etwas kleiner als das iPad mit rund zehn Zoll Bildschirmdiagonale. Gerüchteweise arbeitet Apple schon an einer kleineren Variante ähnlicher Größe. Dells Streak ist mit fünf Zoll noch kleiner. Ob Hersteller wie Hewlett-Packard, Internetprovider 1&1 oder Netzausrüster Cisco - sie alle planen oder verkaufen bereits eigene Tablet-PCs. Keiner will sich das lukrative Geschäft mit den mobilen Geräten entgehen lassen.

Ihr Siegeszug wird von mehreren Faktoren begünstigt. So gibt es inzwischen berührungsempfindliche Displays mit großen Bildschirmdiagonalen, die auf die Berührung mit mehreren Fingern reagieren können, sogenannte Multi-Touch-Screens. Die Preise für Computerkomponenten sinken stetig, die Geräte kommen deshalb zu einem für Käufer attraktiven Preis in den Handel. Indien will gar einen Tablet-PC für 35 Dollar auf den Markt bringen. Hinzu kommt mit dem von Google entwickelten Betriebssystem Android eine Plattform, die Hersteller an ihre Bedürfnisse anpassen können und die frei erhältlich ist. Anders als für Microsofts Windows muss keine Lizenzgebühr gezahlt werden.

Zudem scheint das Gerät ein Bedürfnis zu befriedigen, das vorher nicht vorhanden war. Die Anwendungen reichen vom reinen Bilderrahmen über die Nutzung als Lesegerät für elektronische Bücher bis zur Funktion als kleiner mobiler Computer für Büroanwendungen. Dabei kommen einfache Bedienung und schnelle Einsatzbereitschaft der Nutzungsweise sehr entgegen. Primär werden iPads wohl als mobile Surfstation und für Multimediaanwendungen genutzt, etwa zur Wiedergabe von Musik und Filmen.

Apple wacht über allem

Ein Erfolgsgeheimnis sind die Applikationen, kurz Apps. Dahinter verbergen sich kleine Programme, die direkt über die Geräte in einem Shop gekauft und installiert werden können. Die Funktionsvielfalt ist dabei schier unerschöpflich, Programmierer können mit einfachen Mitteln Anwendungen schreiben. Das reicht dann von praktischen Alltagshelfern wie Taschenrechnern über Wörterbücher und Reiseführer bis hin zu Wetterdiensten. Firmen bieten zudem Serviceleistungen, etwa Autoverleih oder Flugbuchung, per App.

Über all dem wacht Apple. Der Konzern streicht von den Preisen der kostenpflichtigen Apps 30 Prozent ein. Ärger gibt es auch wegen der neuen Werbeplattform iAd, die der Konzern in seine Apps einbinden will. Platzierung und Programmierung der Anzeigen übernimmt Apple selbst. Werbeagenturen müssen offenbar ihre Vorschläge an den Konzern weiterleiten, dieser wandelt die vorliegenden Entwürfe dann um. Die Entwicklersoftware wird bisher nicht freigegeben. Neben dem Eingriff in den Kreativitätsprozess stört Agenturen offenbar die lange Zeit, die Apple für die Umsetzung braucht.


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