Die durchschnittlichen Verkaufspreise von Mobiltelefonen sind im abgelaufenen Quartal stark gesunken. Analysten der US-Marktforschungsfirma Gartner machen dafür vor allem den erstarkten Dollar und den intensiven Wettbewerb in der Handybranche verantwortlich. "Der Konkurrenzdruck wird sich im bevorstehenden Weihnachtsgeschäft noch einmal massiv verschärfen", sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi am Donnerstag.
Die sinkenden Verkaufspreise werfen ein dunkles Licht auf eine Industrie, die sich derzeit steigender Absatzzahlen erfreut. Auch Smartphone-Spezialisten wie Research In Motion und
Apple konnten ihre Geräte im abgelaufenen Quartal nicht mehr so teuer verkaufen wie noch im Vorjahreszeitraum. Lediglich Sony Ericsson steigerte seinen Verkaufspreis. Das Joint-Venture fokussiert sich seit einigen Monaten auf wenigere und margenträchtigere Modelle.
Besonders hart traf es
LG Electronics: Der drittgrößte Handyhersteller der Welt musste einen Rückgang seiner durchschnittlichen Verkaufspreise für Mobiltelefone um knapp 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal hinnehmen. "Der Sprung von LG ins Smartphonegeschäft ist bislang nicht geglückt", sagte Milanesi. Von den weltweit zehn größten Handyherstellern verkauften trotz des anhaltenden Smartphone-Booms LG, Sony Ericsson und
Motorola weniger Geräte als im Vorjahreszeitraum.
Gartner zufolge lieferten die Unternehmen zwischen April und Juni weltweit knapp 326 Millionen Mobiltelefone aus, 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von den fünf größten Handyherstellern weltweit konnten nur
Samsung und
Research In Motion ihren Marktanteil leicht ausbauen. Neben Marktführer
Nokia musste vor allem Motorola Federn lassen. Der weltweite Handy-Marktanteil des US-Technologiekonzerns halbierte sich innerhalb eines Jahres auf 2,8 Prozent. "Motorolas Präsenz außerhalb der USA ist immer noch viel zu beschränkt", sagte Milanesi. Dem Unternehmen fehlten derzeit die Ressourcen für stärkere Marketingkampagnen.
Für HTC hingegen beginnt sich die deutlich gesteigerte Werbepräsenz auszuzahlen: Der taiwanische Smartphone-Spezialist schaffte erstmals den Sprung in die Top Ten der größten Handyhersteller. Das Unternehmen setzt vor allem auf das Betriebssystem Android von
Google. Weil auch Massenhersteller wie Samsung zunehmend Android-Geräte entwickeln, steigt die Marktpenetration der Oberfläche rasant. Der Marktanteil von Android an den weltweit eingesetzten Handybetriebssystemen lag im zweiten Quartal bereits bei 17,2 Prozent. Im Vorjahreszeitraum betrug der Anteil lediglich 1,8 Prozent. Android verdrängte damit Apples Betriebssystem iOS von Rang drei. Die ersten beiden Plätze belegen unverändert das vor allem von Nokia und in Entwicklungsländern eingesetzte Symbian sowie Research In Motion.
Gartner-Analystin Milanesi ist skeptisch, dass
Microsoft mit seinem komplett überarbeiteten Betriebssystem Windows Phone 7 noch deutlich aufholen kann. "Gegenüber Android ist kaum ein Mehrwert zu erkennen", sagte sie. Der Marktanteil von Windows Mobile fiel im zweiten Quartal von 9,3 auf fünf Prozent.
Kursinformationen + Charts
| Unternehmen | ISIN | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| LG Electronics Inc. Cap.(NV)(GDRs144A) 1 | US50186Q2021.SG | ||||
| APPLE COMPUTER, INC. | US0378331005.DE | ||||
| MOTOROLA INC | US6200761095.N | ||||
| Samsung El. ADR | US7960502018.F | ||||
| RESEARCH IN MOTION | CA7609751028.F | ||||
| NOKIA CORP. A ADR EO 0,24 | US6549022043.DE | ||||
| Google Inc. | US38259P5089.DE | ||||
| MICROSOFT CORPORATION | US5949181045.DE |
Quelle: ftd.de
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