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14.06.2011
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg
Foto: reuters

Rekord-IPO

Facebook strebt 100 Mrd.-Börsengang an

Das soziale Netzwerk plant den Gang an die Wall Street offenbar schon im ersten Quartal kommenden Jahres. Die Bewertung des Unternehmen könnte dabei ein Drittel höher liegen als bisher geschätzt.

Das soziale Netzwerk Facebook will US-Medien zufolge bei einem Börsengang 2012 alle Rekorde brechen und strebt eine Bewertung von rund 100 Mrd. Dollar an - ein Drittel mehr als bislang geschätzt.

Der Antrag für das Vorhaben könne im Oktober oder November kommen, der Börsengang selbst im ersten Quartal 2012, berichtete der Sender CNBC am Montag. Damit würde das populäre Netzwerk mit seinen weltweit mehr als 500 Millionen Nutzern den Run auf Aktien von Internetfirmen nutzen - die Entwicklungen etwa beim Schnäppchenportal Groupon, dem Online-Karrierenetzwerk Linkedin und dem russischen Suchmaschinen-Betreiber Yandex aber weit übertreffen.

Facebook mit seinem Chef Mark Zuckerberg gilt seit Monaten als Börsenkandidat und hatte den Schritt selbst erst im Mai als unausweichlich bezeichnet. Über Details gibt es bislang aber nur Spekulationen - etwa die Frage, wie viel seiner Anteile die Firma zunächst an die Börse bringen könnte und zu welchem Preis.

Investoren haben die Bewertung von Facebook zuletzt immer höher geschraubt. Im Juni 2010 war das Unternehmen mit 23 Mrd. Dollar bewertet worden, im Januar 2011 von Goldman Sachs bereits mit mehr als dem doppelten. Im März 2011 wollte ein Finanzinvestor einem Medienbericht zufolge bei Facebook einsteigen und bewertete es mit 65 Mrd. Dollar. Facebook hatte Anfang 2011 etwa 2000 Mitarbeiter und weltweit mehr als 500 Millionen Nutzer.

Das Jung-Unternehmen machte Bankenkreisen zufolge von Januar bis September 2010 bei einem Umsatz von 1,2 Mrd. Dollar einen Netto-Gewinn von 355 Mio. Dollar.

Ihren jüngsten Höhepunkt hatte der Hype um Internetaktien Mitte Mai beim Börsengang des Online-Karrierenetzwerks Linkedin. Deren Papiere waren am ersten Handelstag zeitweise um fast 120 Prozent in die Höhe geschnellt. Einige Experten sagten daraufhin, zehn Jahre nach dem jähen Ende des Höhenfluges an Nasdaq und Neuem Markt seien Firmen ohne nennenswerte Gewinne plötzlich wieder Milliarden wert, weil Investoren offenbar mit rosaroter Brille in die Zukunft blicken wollten.

Selbst Linkedin war von dem Höhenflug überwältigt: Noch Tage vor dem Börsengang hatten sie einen Firmenwert von rund 3 Mrd. Dollar angepeilt. Stattdessen war das Netzwerk - eigentlich eine mit Lebensläufen gefüllte Internetdatenbank - plötzlich 10 Mrd. Dollar wert. Üblicherweise streben Börsenkandidaten und die beteiligten Banken ein Kursplus von rund 15 Prozent an: Auf diesem Niveau werden Anleger für ihren Mut ausreichend belohnt und das Unternehmen selbst hat nicht das Gefühl, seine Anteile unter Wert verkauft zu haben.

In der Branche wimmelt es von neuen Start-Ups und Trittbrettfahrern. "Die Leute gehen davon aus, dass eine Technologiefirma ihren Platz für immer halten kann. Dabei gibt es immer einen Neuen, der irgendetwas besser macht", sagte etwa David Menlow von der auf Börsengänge spezialisierten Web-Seite IPO-Financial.com nach dem Linkedin-Börsengang. Er erinnerte an den Hype, den die Seite Myspace hervorrief - um kurz darauf von Facebook überrannt zu werden.


Quelle: ftd.de
© 2011 capital.de

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