Mit neuen Dienstleistungen über das Telefonieren hinaus will die
Deutsche Telekom sinkende Erlöse im Kerngeschäft ausgleichen. Mit Internet-Anschlüssen für Autos, elektronischen Stromzählern und anderen Dienstleistungen soll in fünf Jahren 1 Mrd. Euro umgesetzt werden, sagte Telekom-Chef René Obermann am Dienstag.
Das sei das Mindestmaß. Ob es langfristig mehr werde, müsse sich noch zeigen. "Eine Prognose ist schwierig, da wir auf diesen Märkten noch keine Erfahrung haben", fügte Obermann hinzu.
Insgesamt will das Bonner Unternehmen bis 2015 in diesen und anderen Wachstumsfeldern wie dem mobilen Internet oder Bezahlfernsehen einen Umsatz von 30 Mrd. Euro erreichen. Dieses Ziel hatte der Konzern im Frühjahr ausgegeben.
Mit dem Vorstoß sei das Unternehmen genau zum richtigen Zeitpunkt in Märkte mit einem erheblichen Wachstumspotenzial eingestiegen, sagte Obermann. Mit der Sparte intelligente Netzlösungen betritt die Telekom jetzt völlig neues Terrain.
Für das Auto soll zum Teil heute Unmögliches schon bald Realität und damit ein wichtiges Geschäft für die Telekom werden: Sprachgesteuerte Nachrichten vom Lenkrad aus versenden, Elektrogeräte zu Hause von unterwegs aus ein- oder ausschalten oder - wie schon heute in einigen Autos möglich - das Surfen im Internet.
Das Bonner Unternehmen arbeitet mit dem Autozulieferer
Continental an einem Minicomputer für Autos. Der Rechner könne sich Verkehrsinfos, Filme für die Kinder im Fonds oder E-Mails aus dem Internet fischen, sagte Horst Leonberger, Chef der neuen Telekom-Auto-Sparte. "Schließlich verbringen wir zwei Jahre unseres Lebens im Auto, diese Zeit kann man besser nutzen", so der Manager. Bis das neue Produkt namens AutolinQ ab Werk ausgeliefert werde, könne es aber noch ein paar Jahre dauern.
Stromkunden will die Telekom internetgestützte Stromzähler und dazugehörige Dienstleistungen verkaufen, Partner ist dabei der Schweizer Elektrotechnikhersteller
ABB. Die Versorger könnten dank der Daten aus dem geplanten engmaschigen Stromzähler-Netz ihre Kraftwerke besser auslasten, sagte Obermann.
Die anstehende Modernisierung der Stromnetze in Deutschland koste die Versorger Milliarden. Allein in den USA würde der Aufbau von Smart Grids eine Summe von 165 Mrd. Dollar verschlingen, sagte Obermann.
Hoffnungen setzt die Telekom auch in das Geschäft mit Krankenhäusern und Ärzten. Durch die Internet-Vernetzung von Spitälern oder etwa digitale Krankenakten könne die Branche viel Geld sparen, sagte der Konzernchef.



















