Der weltgrößte Chiphersteller
Intel will für knapp 8 Mrd. Dollar den Anti-Viren-Spezialisten McAfee übernehmen. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten der Transaktion zugestimmt, teilte Intel am Donnerstag mit. Der Konzern bietet 48 Dollar pro Aktie in bar für das Unternehmen, das vor allem im Mobilfunkmarkt stark ist. Vorbörslich kletterte die McAfee-Aktie 59 Prozent, Intel-Papiere gaben rund zwei Prozent nach. Allerdings müssen noch die Aktionäre und die Wettbewerbshüter zustimmen.
Der Schritt unterstreicht den unbedingten Willen Intels, im Mobilfunkgeschäft aufzuholen. Zudem scheint sich der Konzern mehr und mehr zu einem Dienstleister wandeln zu wollen.
Intel geht davon aus, dass die Übernahme sein Nettoergebnis im ersten Jahr leicht beeinträchtigen wird. Mit dem Zukauf solle die Sicherheitssoftware und die Hardware besser miteinander verflochten werden, begründete Intel das Geschäft. Dies ermögliche letztlich einen besseren Schutz für den Computernutzer. Intel stellt hauptsächlich Prozessoren her. Experten überraschte der Umfang der Investition. "Offenbar will Intel weg von der Hardware und hin zur Dienstleistung", sagte Vijay Rakesh von Sterne Agee in Chicago. "Es wird interessant, wie sich das entwickelt."
McAfee sitzt in direkter Nachbarschaft und gehört zu den bekanntesten Anbietern von Antivirus-Programmen. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis 1987 zurück - in der Computerbranche eine Ewigkeit. Zuletzt erzielten die 6100 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von rund 2 Mrd. Dollar. McAfee ist nach Symantec weltweit der zweitgrößte Hersteller von Sicherheits-Software. Für das weitere Geschäft zeigte sich Firmenchef Dave DeWalt zuversichtlich. Die Nachfrage nach Computern bleibe stark und insgesamt verbessere sich das Konsumklima.
Börsenexperten werteten die Transaktion als gutes Zeichen dafür, dass nach der Krise auch das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen wieder anläuft. "Das passt zu dem Trend, der sich derzeit abzeichnet und den wir als frühes Signal für eine positive Entwicklung der Kreditmärkte und insgesamt der Börsenmärkte betrachten", sagte Oliver Pursche von GMG Defensive Beta Fund. "Nach den Wahlen im November könnten wir schöne Gewinne für die Investoren erleben."
Intel hatte zwischen April und Ende Juni das beste Quartalsergebnis in seiner Geschichte eingefahren. Das Unternehmen verbuchte im zweiten Geschäftsquartal einen Nettogewinn von 2,89 Mrd. Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte Intel wegen einer von der EU-verhängten Rekordstrafe von 1,45 Mrd. Dollar noch 398 Mio. Dollar Verlust verzeichnet.
Kursinformationen + Charts
| Unternehmen | ISIN | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| INTEL CORPORATION | US4581401001.F |
Quelle: ftd.de
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