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25.08.2010
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Logitech treibt die Diversifizierung seiner Produktpalette voran
Logitech treibt die Diversifizierung seiner Produktpalette voran
Foto: Fotolia
Investor-Artikel

Logitech

Von der PC-Maus zu Google TV

von Christian Ingerl

Der Schweizer Computerausrüster Logitech hat die Wende geschafft. Der Aktienkurs spiegelt das aber noch nicht wider. Eine Chance zum Einstieg.

Apple, Google, Microsoft - die großen Techkonzerne der Welt bringen in rasender Geschwindigkeit neue Produkte auf den Markt, die die IT-Welt revolutionieren. Im Fahrwasser der Marktgrößen schwimmen zahlreiche andere Unternehmen mit. Eines davon ist Logitech.

1981 brachte das Unternehmen die erste PC-Maus auf den Markt. Seitdem ist der Hersteller von Computerzubehör mit Sitz in der Westschweiz und in Fremont, Kalifornien, fest in der Branche verankert. Damit ist Logitech allerdings auch den Zyklen des Sektors unterworfen. Und da zeigte die letzte Bewegung nach unten.

Die Kaufzurückhaltung der Konsumenten während der Krise führte bei Logitech zu einem kleinen "Systemabsturz". Auf mehr als 35 Mio. Dollar summierten sich die Verluste im ersten Quartal 2009, das am 30. Juni endete. Dank strikter Kostenkontrolle, Personalabbau und erfolgreicher Produkteinführungen fanden die Schweizer auf den Wachstumspfad zurück. Seit drei Quartalen steigt der Gewinn stetig. In der Auftaktperiode 2010 gelang es Logitech sogar, die Gross-Profit-Marge auf ein Rekordniveau von 35,3 Prozent zu hieven. Diese Kennzahl setzt das Bruttoergebnis ins Verhältnis zum Umsatz.

LOGITECH INTERNATIONAL S.A. NAMENS-AKTIE
LOGITECH INTERNATIONAL S.A. NAMENS-AKTIE

Davon profitieren konnte die Aktie, die dem Schweizer Auswahlindex SLI angehört, in den vergangenen Monaten allerdings nicht. Im Gegenteil: Seit Jahresbeginn hat der Titel rund ein Zehntel an Wert eingebüßt. Einige Experten trauen Logitech offenbar noch nicht über den Weg. Im Vorfeld der Quartalsberichterstattung hat Merrill Lynch den Titel abgestraft und um gleich zwei Stufen von "Buy" auf "Underperform" heruntergesetzt. Die Analysten hatten angesichts der schwächeren Konsumentennachfrage Angst, Logitech könnte beim Gewinn enttäuschen und die Prognose zurücknehmen.

Die Schweizer entkräfteten diese Befürchtungen eindrucksvoll. Vor allem in den USA wurde das Geschäft deutlich ausgebaut. Von April bis Juni legte der Umsatz um 47 Prozent auf 479,3 Mio. Dollar zu. Nach den horrenden Verlusten im Vergleichszeitraum belief sich der Betriebsgewinn auf 11,8 Mio. Dollar. Gleichzeitig hob das Management die Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr leicht an. "Dabei muss man beachten, dass es sich beim ersten Quartal um das saisonbedingt schwächste handelt, die satten Quartale kommen noch", sagt Michael Foeth, Analyst des Schweizer Bankhauses Vontobel.

Die Tatsache, dass der Kapitalmarkt Logitech derzeit so stiefmütterlich behandelt, bietet Anlegern die Chance zum Einstieg. Denn die aktuelle Bewertung steht in keinem Verhältnis zur Rückkehr in die Gewinnzone und zur Bruttomarge. Auch die Nettorendite von vier Prozent kann sich durchaus sehen lassen, zumal diese selbst in den Topjahren 2007 und 2008 im ersten Quartal "nur" bei etwas mehr als fünf Prozent lag.

Auch wenn momentan die schnurlosen Mäuse noch zu den erfolgreichsten Produkten zählen, treibt Logitech die Diversifizierung seiner Produktpalette voran. So versucht das Unternehmen, sich auch im Video- und TV-Bereich zu etablieren. Mit Erfolg: Für die vergangenen drei Monaten steht ein Umsatzwachstum von über 700 Prozent zu Buche. Ein Top-Seller ist beispielsweise die Multifunktionsfernbedienung Harmony, über die sich bis zu vier Geräte steuern lassen.


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