Europas größter Softwarekonzern
SAP rechnet nach dem jüngsten Umsatzrekord im laufenden Jahr mit einem kräftigen Anstieg der Software- und Wartungserlöse. Der Umsatz soll 2011 den Vorjahreswert von 9,87 Mrd. Euro um zehn bis 14 Prozent übertreffen, teilte SAP am Mittwoch in Walldorf mit. Wechselkurseinflüsse sollen dabei außer Betracht bleiben.
Der Betriebsgewinn werde von 4 Mrd. Euro vor einem Jahr auf 4,45 Mrd. bis 4,65 Mrd. Euro steigen. Die operative Marge werde daher im laufenden Geschäftsjahr um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte zum Vorjahreswert von 31,9 Prozent zulegen. Damit rückt das langfristige Margenziel von 35 Prozent näher, mit dem SAP zu rentableren US-Konkurrenten wie
Oracleund
IBM aufschließen will. Zahlreiche Unternehmen rund um den Globus geben dank der anziehenden Konjunktur nach den Krisenjahren 2008 und 2009 wieder mehr Geld für neue Software zur Produktionsplanung, Mitarbeitersteuerung und Kundenverwaltung aus.
Die endgültigen Zahlen lagen laut Börsenhändlern im Rahmen der bereits gemeldeten Quartalszahlen. Der Aktienkurs fiel um weniger als ein Prozent. Händler begründeten dies mit Gewinnmitnahmen.
Die nächste Herausforderung liege für SAP im Geschäft mit neuer Mittelstands- und Datenbanksoftware, sagte Thomas Otter, Analyst des Marktforschungsinstituts Gartner. Gartner rechnet für 2011 mit einem Zuwachs des weltweiten Markts für Unternehmenssoftware um 6,1 Prozent auf 236 Mrd. Dollar.
SAP-Chef Jim Hagemann Snabe will im Frühsommer Verkaufszahlen melden, die eine gelungene Markteinführung der Mittelstandssoftware Business by Design belegen. Bis zur Hausmesse Sapphire im Mai werde es mehrere Hundert Unternehmen geben, die das neue SAP-Produkt einsetzen, hatte Snabe dem Wirtschaftsmagazin Capital gesagt. Der Verkaufsstart von Business by Design war wegen Problemen bei der Entwicklung mehrfach verschoben worden.
Trotz einer möglichen milliardenschweren Schadenersatzzahlung an den Konkurrenten Oracle, zu der eine US-Jury SAP Ende November verurteilte, will der weltgrößte Anbieter von Unternehmenssoftware für das Jahr 2010 mehr Dividende an die Anteilseigner ausschütten. Die Dividende solle von 50 auf 60 Cent je Aktie erhöht werden. Über die Höhe muss die Hauptversammlung im Frühjahr entscheiden.











