Der jährlich weltweit durch kriminelle Angriffe von Hackern auf Computer-Netzwerke entstehende Schaden wächst rasant. Der Chef des Antivirenherstellers Kaspersky Lab, Eugene Kaspersky, schätzt die Schadenssumme durch Cyber-Kriminalität im Capital-Interview auf 100 Milliarden Dollar im Jahr. "Wahrscheinlich ist das noch konservativ gerechnet." Dagegen sei der Markt für IT-Sicherheit mit 28 Milliarden Dollar verschwindend klein.
Vergangenes Jahr hat Kaspersky "im Durchschnitt 40.000 neue Viren pro Tag entdeckt". Die Mehrheit davon kämen aus China gefolgt von den USA und Russland. Die größte Bedrohung sieht Kaspersky aber in "sogenannten Bot-Netzen, die aus Millionen Rechnern bestehen können, die von ein und demselben trojanischen Pferd gekapert wurden". Der Entsender könne mit diesen Computern massive Attacken auf Server starten und "so ganze Staaten und Ökonomien lahmlegen".
Gerade wurde ein solches Bot-Netz bestehend aus fast 13 Millionen Computern entdeckt. Damit hätte man die ganze IT-Infrastruktur Deutschlands außer Gefecht setzen können, sagte Kaspersky. Schutz gäbe es dagegen kaum. "Es gibt zu viele ungeschützte Computer, vor allem von Privatleuten. Sind sie infiziert, werden sie zu gefährlichen Cyber-Waffen".
Kaspersky warnt vor allem auch Nutzer von sozialen Netzwerken, Blogs und Foren: "Sie denken, sie seien Teil einer geschlossenen Gesellschaft und hätten die Kontrolle über ihre Internet-Identität. Das ist ein Trugschluss. Jeder Nutzer eines sozialen Netzwerks wird mindestens einmal Opfer von Cyber-Kriminellen."
Das Interview lesen Sie in Capital Heft 04/2010, das ab dem 18. März im Handel erhältlich ist.
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