22.07.2010
Nokias Smartphones (im Bild Werbung für das N97) können sich nicht durchsetzen
Nokias Smartphones (im Bild Werbung für das N97) können sich nicht durchsetzen
Foto: reuters

Angeschlagener Marktführer

Nokia zersetzt sich selbst

Seit Jahren findet der weltgrößte Handyhersteller keine Antwort auf Apples iPhone und Googles Betriebssystem Android. Zwar hatte Nokia Investoren mit zwei Gewinnwarnungen auf das Quartalsergebnis vorbereitet. Die Vierteljahreszahlen fallen aber noch desaströser aus als erwartet.



Der weltgrößte Handyhersteller hat am Donnerstag einen Nettogewinn von 227 Millionen Euro für das abgelaufene Quartal präsentiert. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 380 Millionen Euro gewesen. Analysten hatten mit 285 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz stieg dagegen leicht von 9,9 auf 10 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr traut sich Nokia im Handygeschäft nun nur noch eine operative Marge von zehn bis elf Prozent zu. Vorher lag die Prognose bei elf bis 13 Prozent.

Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo steht seit Langem in der Kritik. Deswegen sucht der Handyweltmarktführer derzeit nach einem Nachfolger. Verspätungen bei Handybetriebssystemen, Ergebniswarnungen, eine fehlende Antwort auf die populären Smartphones von Apple sowie Research In Motion und ein schrumpfendes US-Geschäft: Bei den Finnen läuft unter Kallasvuo, der seit Mitte des Jahres 2006 an der Spitze ist, wenig zusammen. "Nokias Smartphones sind nicht mehr der Goldstandard, wie das vor fünf Jahren noch der Fall war - heute sind das die iPhones und Android-Geräte", sagte Ramon Llamas, Mobilfunkanalyst beim US-Marktforschungsunternehmen IDC.

Lag der Gewinn 2006 bei 5,4 Milliarden Euro, schloss der Konzern das Geschäftsjahr 2009 mit einem Plus von nur noch 1,2 Milliarden Euro ab. Der Aktienkurs ist seit dem Amtsantritt von Kallasvuo von rund 17 auf aktuell knapp 7 Euro geschrumpft. Lediglich das Geschäft in aufstrebenden Nationen wie Indien läuft gut und ungebremst.



Bei einem der wichtigsten Bausteine für die Wandlung vom Handykonzern zum Komplettanbieter für mobile Internetlösungen, der Webplattform Ovi, geht es mühsam voran. Zehn bis 20 Jahre veranschlagte unlängst Nokia-Manager Tero Ojanperä für den Wandel.

NOKIA CORP. REG.SHARES A (SP.ADRS) EO 0,
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Mit einem gemeinsam mit Chipweltmarktführer Intel entwickelten Betriebssystem namens Meego will Nokia nun die Trendwende einleiten. Die neu konzipierte Software wird ab 2011 neue Oberklassehandys antreiben und auch für den Einsatz in Kleinrechnern taugen. "Meego ist der letzte Versuch, um noch einmal an die Konkurrenz heranzukommen", sagte am Mittwoch Francisco Jeronimo, Analyst bei dem Marktforschungsunternehmen IDC. "Die größte Herausforderung ist, ein breites Bewusstsein für die Marke Meego zu schaffen", so Neil Mawston vom Marktforscher Strategy Analytics.


Kursinformationen + Charts

UnternehmenISIN
NOKIA CORP. A ADR EO 0,24US6549022043.DE  Detailinformationen
APPLE COMPUTER, INC.US0378331005.O  Detailinformationen
RESEARCH IN MOTIONCA7609751028.O  Detailinformationen
INTEL CORPORATIONUS4581401001.O  Detailinformationen

Quelle: ftd.de
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