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17.10.2011
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Foto: Getty

Aktiencheck

Telekom Austria - Falsch verbunden

von Andreas Schuck

Telekom Austria kämpft mit Skandalen, Übernahmegerüchten und erstarkender Konkurrenz - für Anleger eine Nervenprobe.

Die Affäre um Telekom Austria hat nicht nur in Österreich für Aufsehen gesorgt: An Berater und Politiker soll Schmiergeld in Millionenhöhe geflossen sein, um lukrative Aufträge zu erhalten. Bereits zugegeben hat das frühere Management des ehemaligen Staatsunternehmens, den Aktienkurs manipuliert zu haben, um Bonuszahlungen zu kassieren. Da viele Machenschaften in der Amtszeit des damaligen österreichischen Kanzlers Wolfgang Schüssel vorgefallen sein sollen, hat der Politiker im September angekündigt, sein Amt als Nationalratsabgeordneter niederzulegen.

 
Telekom Austria
Telekom Austria

Auch an der Börse haben die juristischen Schwierigkeiten Spuren hinterlassen: Bis Ende September ist der Aktienkurs des ATX-Schwergewichts gegenüber dem Jahresanfang um 35 Prozent auf 6,80 Euro gefallen - so tief wie seit etwa zehn Jahren nicht mehr. Doch dann setzte der Titel zu einer Rally an und legte innerhalb weniger Tage um fast 25 Prozent zu. Der Grund: Übernahmegerüchte, denen zufolge der österreichische Investor Ronny Pecik und der ägyptische Milliardär Nagib Sawiris, dem der Telekomkonzern Orascom gehört, nicht nur Interesse an einem Einstieg haben, sondern über Optionen sogar bereits 20 Prozent an dem Konzern halten sollen. Angeblich hat Telekom Austria die Investmentbank Merrill Lynch mit einem Abwehrplan gegen eine feindliche Übernahme beauftragt.

Analyst Tarkan Cinar von der WestLB glaubt nicht, dass eine Offerte an die freien Aktionäre bevorsteht. "Sawiris soll aktuell schon am Kauf von Swiss Orange interessiert sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er zu einem zweiten milliardenschweren Investment bereit ist." Analyst Bernd Maurer von der Wiener Raiffeisen Centrobank hält eine Übernahme für denkbar: "Für einen großen Player, der nach Osteuropa expandieren will, ist Telekom Austria sicherlich ein geeignetes Akquisitionsobjekt. Zudem ist der Konzern eines der wenigen Ziele am Markt, das mit einem Börsenwert von rund 3,7 Mrd. Euro bezahlbar ist." Als mögliche Käufer kommen Telenor aus Norwegen und das russische Unternehmen Vimpelcom in Betracht.


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