Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal einen weltweiten Stellenabbau angekündigt. Der Gewinn sei von 524 Mio. Euro im vergangenen Jahr auf 76 Mio. Euro gefallen, teilte der im Umbau befindliche Konzern am Montag in Amsterdam mit. Analysten hatten allerdings einen noch stärkeren Rückgang auf rund 54 Mio. Euro befürchtet. Der Umsatz ging entsprechend der Erwartungen um 1,2 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro zurück.
Der Abbau von weltweit rund 4500 Stellen sei Teil eines 800 Mio. Euro schweren Sparprogramms, sagte der amtierende Vorstandschef Frans van Houten. 1400 Jobs sollen in den Niederlanden wegfallen.
"Mit diesem Programm investiert Philips in das Wachstum, geht den Strukturwandel an, kontrolliert Gemeinkosten und führt eine neue Unternehmenskultur ein", hieß es. Etwa 60 Prozent der Kosteneinsparungen seien direkt mit den Stellenstreichungen verbunden. Der Rest werde mittels "weiteren strukturellen Veränderungen" erzielt.
Dem Unternehmen machen steigende Materialpreise und höhere Kosten für den Konzernumbau zu schaffen. Als einer der drei großen Medizintechnikkonzerne in Europa setzen Philips auch Kürzungen im Gesundheitssektor zu. In den vergangenen sieben Monaten hatte der Siemens-Konkurrent bereits zweimal seine Ergebnisziele gesenkt.
Bereits bei seinem Amtsantritt am 1. April hatte van Houten Sanierungsschritte für das Unternehmen angekündigt. Als erste große Amtshandlung gliederte er die defizitäre TV-Sparte aus um sie in ein Joint Venture mit dem chinesischen Monitorhersteller TPV zu überführen. Der Deal sollte eigentlich noch vor Jahresende abgeschlossen werden. Allerdings zögen sich die Verhandlungen hin, teilte Philips mit. Falls die angepeilte Trennung scheitert, will der Konzern Alternativen ausloten. Investoren fordern eine Aufspaltung des Konzerns in die Geschäftsfelder Elektronik, Medizintechnik und Beleuchtung. Philips ist der weltweit größte Beleuchtungshersteller, gehört zu den drei größten Medizintechnikherstellern und Europas größter Hersteller von Unterhaltungselektronik.
In der Zeit zwischen Juli und September sanken die Umsätze unter anderem wegen der Abspaltung der problemreichen TV-Sparte und eines eher mauen Geschäfts mit Unterhaltungselektronik von 5,46 auf 5,394 Mrd. Euro. Operativ verdienten die Niederländer noch 273 Mio. Euro, ein Rückgang von fast 50 Prozent. An den mittelfristigen Wachstumszielen will der Konzern aber festhalten. Kurzfristig sieht van Houten aber keine grundlegende Verbesserung.
Im Vorquartal musste der Konzern wegen Abschreibungen auf Unternehmenswerte durch viele Sparten einen Milliardenverlust melden. Analysten hatten einen Gewinn erwartet.
Quelle: capital.de
© 2011 dpa











