Die Werbung für Sportschuhe, die angeblich schon beim Gehen Beine und Po straffen sollen, wird für die
Adidas-Tochter Reebok in den USA teuer. Das Unternehmen einigte sich mit der Handelsbehörde FTC auf die Zahlung von 25 Mio. Dollar, um den Vorwurf irreführender Werbung aus der Welt zu schaffen. Das Geld soll an die Käufer zurückgehen, hieß es. Reebok ist allerdings weiter von der Technologie überzeugt.
Anleger setzten die Adidas-Aktien nach dieser Meldung auf Diät. Die Papiere verloren am Nachmittag 3,2 Prozent und waren damit die schwächsten im
DAX.
Die Schuhe mit den Markennamen Easytone und Runtone haben eine Sohle mit besonderen Wölbungen, die schon beim Gehen die Muskeln zum Arbeiten bringen sollen. Die Federal Trade Commission stieß sich an Aussagen aus der Reebok-Werbung, wonach das Tragen der Easytone-Sportschuhe einzelnen Muskeln um elf bis 28 Prozent mehr Kraft gebe. Die Behörde betrachtete die Behauptungen als nicht belegt.
Reebok betonte, man habe sich auf die Millionenzahlung nur eingelassen, um einen langen juristischen Streit zu vermeiden. "Der Vergleich bedeutet nicht, dass wir mit den Vorwürfen der FTC einverstanden sind; wir sind es nicht", teilte das Unternehmen mit. Reebok stehe weiterhin fest hinter der Easytone-Technologie. Das Feedback der Kunden sei "überwältigend".
Die Handelsbehörde hatte sich zuletzt verstärkt den Verbraucherschutz auf die Fahne geschrieben, und der Kampf gegen irreführende Werbung gehört besonders dazu. Die FTC wolle, dass Hersteller sich ihrer Verantwortung bei der Werbung bewusst seien. Reebok ist nicht der einzige Hersteller, der formende Schuhe im Angebot hat. Konkurrenz-Angebote gibt es in den USA zum Beispiel von Skechers oder Fitflop.
Zumindest Reebok ist dank der Easytone-Schuhe wieder fitter. Die Marke war zuletzt sehr erfolgreich und half dem Anbieter, die Krise der vergangenen Jahren zumindest ansatzweise zu überwinden. Die neuen Zielgruppen sind Frauen und Fitness-Fans. So sollte das angekratzte Image der Marke wieder aufpoliert werden und dem deutschen Adidas-Konzern Umsatzzuwächse bringen. Die Easytone-Reihe spielte dabei eine zentrale Rolle. Dank hoher Preise verbesserte sich die Reebok-Marge zuletzt spürbar.
Den FTC-Angaben zufolge darf Reebok keine Studien oder Testergebnisse mehr fehlerhaft verbreiten. Zudem dürften die Schuhe und ähnliche Produkte öffentlich nicht mehr als effektiv muskelverstärkend dargestellt werden.
Quelle: ftd.de
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