20.01.2009
Zukünftig der alleinige Chef des Software-Riesen SAP: Léo Apotheker.
Zukünftig der alleinige Chef des Software-Riesen SAP: Léo Apotheker.
Foto: dpa-PA

SAP

Apotheker übernimmt Kommando

von Reinhard Kowalewsky

Der Machtwechsel ist beschlossen: Schon am 28. Januar wird Léo Apotheker die alleinige Führung bei SAP übernehmen. Der Co-Vorstandssprecher Henning Kagermann scheidet im Mai aus. Eine konkrete Umsatzprognose will der Konzern für 2009 nicht wagen.

Europas größter Softwarekonzern SAP wird auf der Bilanz-Pressekonferenz am 28. Januar keine konkrete Aussage über den Umsatz für 2009 machen, berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital (Ausgabe 2/2009, EVT 22. Januar). Gleichzeitig wird Léo Apotheker bereits ab diesem Tag allein die operativen Geschäfte des Dax-30-Konzerns übernehmen, während Co-Vorstandssprecher Henning Kagermann sich bis zu seinem endgültigem Ausscheiden im Mai zunehmend aus dem Geschäft zurückzieht.

SAP verschiebt auch das mittelfristig angepeilte Ziel, die operative Marge von aktuell rund 28 Prozent auf 35 Prozent zu erhöhen, um rund zwei Jahre. Apotheker zufolge gelte dieses Ziel erst "weiter, sobald die Wirtschaftskrise ausgestanden ist". Gegenüber Capital umriss der in Paris lebende Apotheker die Grundlinien eines radikalen Konzernumbaus. "Wir müssen uns neu erfinden", sagt er. SAP müsse "viel schneller werden und mit der Bürokratie aufräumen."

Wahrscheinlich fallen zwei der bis zu zehn Hierarchie-Ebenen weg. Und SAP müsse ebenfalls "internationaler werden." Die bisherige Bevorzugung der Konzernzentrale in Walldorf bei Heidelberg gehöre der Vergangenheit an. "In einer vernetzten Welt ist jeder Standort wichtiger Teil des Ganzen und steht in einem fairen Wettbewerb zum anderen."

Sowohl bei Produkten wie bei der internen Firmenkultur will Léo Apotheker viel ändern. Der 56-Jährige fordert, bei SAP und anderen Unternehmen der Branche gezielt mehr Frauen einzustellen, "um deren Talente nutzen zu können und endlich unseren Ruf als Macho- und Techie-Branche loszuwerden." Als neues Thema will Apotheker Software entwickeln, die gezielt helfe, Energie einzusparen – langfristig sei das Thema Nachhaltigkeit einer der wichtigsten Trends der IT-Industrie. Gleichzeitig solle sich der Konzern aus seiner Nische herausbewegen, nur Software für Unternehmen zu entwickeln. Software solle stattdessen "fast alle Dinge miteinander vernetzen."


© 2009 capital.de

Was die Leser sagen

Hanno Nym
21.01.2009 | 10:11
Ente

Falschmeldung. Bitte demnächst besser recherchieren. Danke!

(Kommentare 1-1 von 1)

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