Deutschlands bester Chef unter den größten börsennotierten Unternehmen heißt Jürgen Hambrecht. Der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Chemiekonzerns BASF schafft im Capital-Ranking eine Gesamtnote von 1,88, was in der Schule einer zwei plus. Der schlechteste Top-Manager ist Michael Frenzel (Tui) mit einer 3,63. Im Rahmen einer groß angelegten Studie hat Capital 90 ausgesuchte Kapitalmarktprofis sowie renommierte Unternehmens- und Personalberater befragt, wie sie die Managementkompetenz, Persönlichkeit und Kommunikationsstärke der Vorstandsvorsitzenden der im Deutschen Aktienindex (Dax) registrierten Unternehmen bewerten. Zudem analysierte die Redaktion den unternehmerischen Erfolg im vergangenen Geschäftsjahr und stellte sie der Vergütung der Top-Manager gegenüber.
Ein Fazit der Experten: Immerhin 91,2 Prozent der Befragten finden, Hambrecht verdiene angesichts seiner Kompetenzen und der Wertentwicklung des Unternehmens im vergangenen Geschäftsjahr neben den fixen Bezügen zu recht eine kurzfristige, erfolgsbezogene Vergütung (Boni). Bei Frenzel sind lediglich 11,4 Prozent dieser Meinung und immerhin gut jeder Dritte (35 Prozent) schlägt vor, der Tui-Chef müsse eigentlich einen Malus für seine schlechte Leistung entrichten.
Die Analyse beruht auf einem detailliertes Stärken-Schwächen-Profil, das Walter Jochmann, Chef der Kienbaum Management Consultants, mit seinen Experten für die Bewertung von Vorstandsvorsitzenden börsennotierter Konzerne entwickelt hat. Es hinterfragt 14 Kompetenzen. Die Konzernkennzahlen und Vergütungsdetails stellten Jörg-Markus Hitz und Ralf Sabiwalsky aus dem wissenschaftlichen Team von Christoph Kuhner, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsprüfung an der Universität Köln, für Capital zusammen. Als Zusatzservice gibt es mit einem Klick auf "
Details" die finanziellen Bestandteile der Vergütung aller Vorstandsmitglieder der Dax-30-Konzerne, zusammengestellt vom Informationsdienst Managergehälter des Bundesanzeigerverlages.
Was macht nun die Stärken der besten Chefs aus? Bei Hambrecht zählen sein Auftreten und seine Überzeugungskraft dazu. Hier schafft er die Teilnote 1,7. Der promovierte Chemiker punktet auch, wenn es um die Frage geht, wie sehr sich ein Chief Executive Officer (CEO) am Shareholder-Value orientiert, also überzeugende Finanzkennzahlen liefert, die langfristige Entwicklung des Unternehmenswertes im Auge hat und betriebswirtschaftliche Reputation genießt. Hambrecht bekam hier die beste Note von allen: 1,71. Der Top-Manager ist auch stark im Innenverhältnis. Beispielsweise wenn es darum geht, hervorragende Talente an das weltgrößte Chemieunternehmen zu binden, den Führungsnachwuchs zu fördern und für ein gut positioniertes Personalwesen zu sorgen. Hier erhielt er mit 2,16 ebenfalls die beste Note.
Auf Platz zwei schafft es Josef Ackermann. Der Chef der Deutschen Bank punktet im Urteil der Kapitalmarktexperten und Personalprofis vor allem als Top-Manager, der durch visionäres Denken (Note 1,6) und strategische Kompetenz (1,66) überzeugt. Die beste Teilnote von allen (1,47) bekam der Top-Manager, weil er international sehr kompetent und erfahren wirkt.

















