Die Allianz verschärft die Konfrontation mit dem Rivalen HUK-Coburg. Autofahrer, die beim Internet-Vergleichsportal Transparo einen Versicherer suchen, werden dort künftig keine Angebote der
Allianz-Tochter Allsecur mehr finden.
Der Konzern hat die Kooperationsvereinbarung gekündigt, sagte Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß der Financial Times Deutschland. "Wir wollen unsere Tarife in Vergleichsportale bringen, die sich nicht auch auf die Herstellung eigener Produkte konzentrieren", sagte Rieß. Transparo wird von Aspect Online betrieben - das Unternehmen gehört seit Mitte des Jahres den Versicherern HUK-Coburg, Talanx und WGV.
Allsecur arbeitet mit dem größten Vergleichsportal Check24 zusammen. Mit Autoversicherung.de, dem neuen Angebot der öffentlichen Versicherer, führt Rieß gerade Gespräche. Auch dieses Portal wird von Konkurrenten betrieben. "Aber man kann die beiden Seiten Vergleichsportal und Produktgeber durch bestimmte Maßnahmen trennen, darum geht es in den Gesprächen."
Die HUK-Coburg hatte 2010 mit 8,41 Millionen versicherten Fahrzeugen die Allianz an der Spitze abgelöst - die Münchner kamen auf 8,16 Millionen. Gemessen in Prämien liegt die Allianz noch vorn. Der 45-jährige Volkswirt und Ex-McKinsey-Berater Rieß war bis 2010 Allianz-Vertriebschef. Er wurde 2010 mit der Maßgabe an die Spitze der Allianz Deutschland befördert, den Marktanteilsverlust in der Schadenversicherung zu stoppen. "Wir wollen auch nach Stückzahl wieder Wachstum erreichen, vor allem im Privatkundenbereich", sagte er. Hier werde man kurzfristig nicht an der Spitze stehen. "Aber wir verlieren das Ziel nicht aus den Augen."
Da die HUK-Coburg ihre Tarife nicht bei Check24 einstellt, ist die Welt der Vergleichsportale kurz vor der Wechselrunde 2011/12 sauber getrennt: Wer beim Marktführer Check24 eine Versicherung für sein Auto berechnen lässt, kann nicht bei der HUK-Coburg abschließen, wer bei Transparo nachsieht, nicht bei der Allianz. Bis Ende November können Autofahrer ihrem Versicherer kündigen, wenn sie im Januar wechseln wollen. Hat ihr bisheriger Anbieter die Preise erhöht, reicht auch Dezember.











