Das Schicksal von HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher ist politisch besiegelt. Die Landesregierungen in Kiel und Hamburg forderten Aufsichtsratschef Hilmar Kopper nach Angaben des schleswig-holsteinischen Regierungssprechers Knut Peters übereinstimmend auf, den umstrittenen Manager abzusetzen.
Hamburg und Schleswig-Holstein ziehen damit die Konsequenzen aus einer Spitzelaffäre, die den Ruf ihrer in der Finanzkrise schwer gebeutelten Landesbank endgültig ruiniert hat. Obwohl die Länder zusammen 85,5 Prozent an der HSH halten, können sie den ungeliebten Bankchef aber nicht einfach abberufen. Die Nordbank firmiert als Aktiengesellschaft - Spitzenpersonalien sind also Sache des Aufsichtsratsvorsitzenden. Der Streit um die Chefposten hat entscheidenden Einfluss auf die Zukunft des Instituts. Es ist derzeit vor allem eine Regionalbank mit Schwerpunkt Schiffsfinanzierungen. Nonnenmacher will das maritime Geschäft stark internationalisieren.
Bislang steht Kopper fest an Nonnenmachers Seite. Zudem dürfen laut Aktiengesetz Aktionäre, in diesem Fall also die Länder, dem Aufsichtsratschef keine Weisungen erteilen. Er wolle sich an das Aktiengesetz halten, hatte der 75-jährige einstige Deutsche-Bank-Chef erst am Donnerstag wiederholt. Laut Gesetz kann Nonnenmacher nur wegen einer Pflichtverletzung ohne Abfindung vorzeitig aus seinem bis Ende 2012 laufenden Vertrag entlassen werden. Die Vermeidung einer Abfindung ist für die Politik eine Schlüsselfrage: Sie fürchtet den Zorn der Wähler, wenn sie den umstrittenen Bankchef feuert, ihm gleichzeitig aber Millionen zahlt.











