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26.08.2011
Die Investmentbank UBS ist noch lange nicht gesund
Die Investmentbank UBS ist noch lange nicht gesund
Foto: AFP
Investor-Artikel

Stellenstreichungen

Banken wollen sich gesund entlassen

von Frank Bremser

Die internationalen Großbanken weisen zwar meist wieder Gewinne aus, gesund sind sie aber deshalb noch lange nicht. Deshalb sparen auf Teufel komm raus, vor allem beim Personal. Das ist traurig, aber notwendig.

Es ist eine beeindruckende Streichliste, die die großen internationalen Banken derzeit vorlegen. Hier mal 3500 Stellen, wie gerade bei der UBS, dort mal 3500 in einem Quartal wie bei der Bank of America oder sogar 30.000 wie kürzlich bei HSBC. Die Zahlen klingen teilweise dramatisch, aber angesichts der Situation, in der viele der Häuser sind, sind sie aus Bankensicht auch gerechtfertigt.

Auslöser für die milliardenschweren Sparpakete in vielen Instituten ist das schwache Geschäft. Wegen der Schuldenkrise halten sich viele Investoren an den Märkten zurück, was sich auch auf das Handelsgeschäft der Banken auswirkt. Zudem müssen die Häuser sehen, wie sie mit ihren eigenen Belastungen umgehen, etwa mit ihren Beständen an Staatsanleihen aus Krisenstaaten.

Es trifft deshalb vor allem das Investmentbanking. Zum einen wird das Geschäft aufgrund der anstehenden Regulierungen, von einer möglichen Transaktionssteuer bishin zu höheren Kapitalanforderungen, weniger profitabel. Zum anderen ist dieser Bereich auch richtig teuer. In Zeiten sprudelnder Gewinne kann eine Bank diese Kosten verdauen, in kritischen Marktphasen wird das schon schwieriger.

Prämien runter, Festgehälter rauf

Dass die Banken gerade im Investmentbanking direkt zum Rotstift greifen, hat auch etwas mit der geänderten Gehaltsstruktur zu tun. Als die Begriffe Boni-Exzesse und Fehlanreize bei Banken die Runde machten, mussten die Banken handeln. Sie kürzten und senkten die Sonderzahlungen, schraubten aber die Fixgehälter nach oben, um die nach ihrer Meinung wichtigen Leute zu halten. Damit geht aber auch die Möglichkeit verloren, Ertragsschwankungen über geringere Prämien auszugleichen. Zudem haben die Banken als sie dachten, es gehe wieder aufwärts, kräftig eingestellt, zu viel, wie sich nun zeigt.

Nun kann man davon, dass das Investmenbanking ausgedünnt wird, halten was man will. Aber es ist eben nicht dieser Bereich, es geht auch um die Leute, die den Topverdienern zuarbeiten, ums Backoffice, es geht auch um die Verwaltung und bei vielen Banken um die Filialen.

Diese Leute müssen nun die Zeche dafür zahlen, dass die Banken in einer Krise stecken, an der die Institute selbst eine gehörige Mitschuld tragen. Auch müssen sie wie so häufig für ein verfehltes Management büßen. Das ist tragisch, teilweise auch ungerecht, aber es ist nicht zu vermeiden. Denn das Wirtschaftssystem, in dem Unternehmen und Staaten agieren, braucht gesunde Banken. Und Finanzhäuser müssen auch gewinnorientierte Unternehmen sein, auch wenn dadruch viele viele Schritte für Betroffene und Außenstehende häufig unfair wirken.

Es darf aber nicht sein, dass nur Stellen gestrichen werden ohne dass auch über Strategie, verantwortungsbewusstes Wirtschaften und Risikomanagement gesprochen wird. Deshalb bleibt nur zu hoffen, dass die Entlassenen nicht nur geopfert werden, damit die Bank sich darauf vorbereiten kann, wieder riskanter zu wirtschaften.


Quelle: ftd.de
© 2011 capital.de

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