Die irische Regierung will die schwer angeschlagene verstaatlichte Anglo Irish Bank aufspalten und abwickeln. Das teilte das Finanzministerium am Mittwoch mit. "Die heutige Entscheidung der Regierung wird Sicherheit über die Zukunft von Anglo Irish Bank bringen", sagte Finanzminister Brian Lenihan. "Eine Lösung für diese, unsere notleidendste Institution, ist unerlässlich, um Vertrauen in unser Finanzsystem zu stützen."
Die Kredite, die nach den Transfers an die nationale Bad Bank Nama noch bleiben, sollen demnach in eine bankeigene Einheit ausgelagert und abgewickelt oder verkauft werden. Die Kundeneinlagen sollen davon komplett abgetrennt und in neue Bank in Besitz des Finanzministeriums überführt werden. Kreditgeschäft soll dieses Institut nicht betreiben. Die Pläne müssen von der Europäischen Kommission noch abgesegnet werden.
Damit versucht Dublin, aufgeschreckte Investoren zu beruhigen. Anleger fürchten, die kostspielige Sanierung des krisengeplagten irischen Bankensektors könnte das finanziell angeschlagene Irland überfordern. Allein die Sanierung von Anglo Irish dürfte nach derzeitigen Schätzungen der Regierung und des Bankmanagements 25 Mrd. Euro kosten - was mehr als elf Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes entsprechen würde.
Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Bonitätsnote des Inselstaats jüngst erneut herabgestuft und dies explizit mit den Unwägbarkeiten der Bankenrettung begründet. Die neuen Sorgen um Irland haben den Blick der Märkte wieder stärker auf die europäische Schuldenkrise gelenkt.
Da die Regierung aber keine Details etwa zu den Kosten oder der Dauer der Abwicklung bekannt gab, war die Wirkung auf Anleger nicht groß. Die Risikoaufschläge, die Investoren dafür verlangen, dass sie zehnjährige irische Staatsanleihen halten statt vergleichbarer Bundespapiere, gaben leicht nach auf 380 Basispunkte, lagen aber immer noch nah an dem am Dienstag erreichten Rekordhoch. Kreditderivate auf Schulden von Anglo Irish schnellten laut dem Datendienstleister CMA Datavision um 80 Basispunkte auf 796. Das ist der höchste Stand seit März 2009. Damit kostet es 796.000 Euro im Jahr, Anleihen im Wert von 10 Mio. Euro gegen einen Ausfall zu versichern.



















