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27.08.2010
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HSH-Chef Nonnenmacher könnte Ziel der Kieler Staatsanwaltschaft werden
HSH-Chef Nonnenmacher könnte Ziel der Kieler Staatsanwaltschaft werden
Foto: Bernd Bodtlaender/FTD

Skandalbank

Schlammschlacht bei der HSH

von Sven Clausen, Jens Brambusch, Nina Luttmer

Der Machtkampf im Topmanagement des Instituts wächst sich zu einer der größten juristischen Schlachten der Wirtschaftsgeschichte aus. Nach Informationen der Financial Times Deutschland gibt es Zweifel, dass HSH-Chef Nonnenmacher wirklich so unschuldig ist wie er behauptet.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat inzwischen Ermittlungen wegen falscher Verdächtigungen aufgenommen, die sich im weiteren Verlauf möglicherweise gegen Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher wenden könnten.

Dabei geht es um den Fall des ehemaligen HSH-Vorstands Frank Roth. Nonnenmacher hatte im vorigen Jahr die Trennung von Roth veranlasst und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen ihn provoziert, weil er ihn des Verrats von Konzerninterna verdächtigt hatte. Diese Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Kiel inzwischen eingestellt. Roth selbst kündigte am Donnerstag eine Schiedsklage gegen die Bank an.

Gleichzeitig durchleuchtet inzwischen die Finanzaufsicht BaFin den Fall Roth, wie die Bank mitteilte. Anfang der Woche waren Informationen an die Öffentlichkeit gelangt, denen zufolge die Bank ein Spitzelsystem gegen den Banker initiiert haben soll.

Die Vorgänge konterkarieren die Bemühungen von Aufsichtsratschef Hilmar Kopper, bei der HSH für Ruhe und Stabilität zu sorgen. Zudem wird es für das Institut immer schwerer, sich auf das operative Geschäft zu konzentrieren.

Die HSH hatte nur durch eine Eigenkapitalspritze von 3 Mrd. Euro der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg überlebt. Im ersten Halbjahr war mit 380 Mio. Euro erneut ein Minus angefallen - das die Bank aber als Erfolg zu verkaufen versuchte, da zuvor deutlich höhere Verluste angefallen waren. Am Donnerstag teilte Kopper nach einer Aufsichtsratssitzung mit, die "Gerüchte und Behauptungen" dürften die Bank nicht ablenken.

Allerdings tun sich für die Landesbank derzeit nahezu täglich neue Brandherde auf. So räumte Kopper ein, dass die Kündigung des Chefs der New Yorker Niederlassung im September 2009 intern noch einmal untersucht wird. Auch hier gab es den Verdacht auf unlautere Methoden gegen den ehemaligen Statthalter.


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