Die mit ihrem Griechenland-Engagement ins Schlingern geratene
Dexia-Bank wird aufgespalten. Das belgische Geschäft mit Privat- und Firmenkunden sowie der Gemeindefinanzierung übernimmt für 4 Mrd. Euro die Regierung in Brüssel. Die mit der Finanzierung französischer Kommunen betraute Sparte der Bank soll abgespalten und von der französischen Staatsbank Caisse des Depots (CDC) und der Postbank (Banque Postale) aufgefangen werden. Um die Finanzierung für die nächsten zehn Jahre abzusichern, sagten Belgien, Luxemburg und Frankreich Staatsgarantien in Höhe von 90 Mrd. Euro zu.
Dexia ist das erste Opfer der Euro-Krise. Die Bank steckt freilich schon seit Jahren in Schwierigkeiten: Erst im Herbst 2008 wurde sie von Belgien, Frankreich und Luxemburg mit einer Kapitalspritze von 6 Mrd. Euro gestützt. Hinzu kam eine 100 Mrd. Euro schwere Garantie der drei Länder für einen Teil der Schulden der Bank.
Dennoch kam die Sanierung nur mühsam voran. Im zweiten Quartal dieses Jahres verbuchte der Konzern einen Rekordverlust von mehr als 4 Mrd. Euro. Der Grund dafür waren Rückstellungen für toxische US-Finanzprodukte. Hinzu kam, dass Dexia stark in Griechenland und anderen hoch verschuldeten Euro-Staaten engagiert ist. 95 Mrd. Euro an riskanten Papieren sollen jetzt in eine Bad Bank ausgelagert werden.
Andere Aktivitäten werden verkauft: Für den Luxemburger Vermögensverwalter BIL soll ein Konsortium um das Emirat Katar 900 Mio. Euro bieten, an der türkischen Denizbank hat der russische Wettbewerber Sberbank Interesse.











