Das war nicht anders zu erwarten. Jährlich eine Milliarde Euro
im Personalbereich einsparen. Damit kann man wiederum einiges am Spekulationsmarkt bewegen. Wem das Ganze nützt? Die Frage muß sich jeder selbst beantworten. Größe allein ist nicht, was zählt.
Verantwortung, Anstand. Da fängt es an. Übertriebenes Machtstreben scheitert oft an Mitbewerbern. Die gibt es reichlich.
Nach der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank Ende 2010 geht es nun den Mitarbeitern beider Häuser ans Leder. Laut Informationen des Monatsmagazins Capital (ab dem 22. Juni erhältlich) hat die Deutsche Bank der Arbeitnehmerseite vorgeschlagen, Mitarbeiter aus dem Back Office, also der Daten- und Kreditbearbeitung, in GmbHs auszulagern. Dadurch würden sie aus bestehenden Tarifverträgen herausgelöst. Die Deutsche Bank habe vorgerechnet, dass die Kosten je Mitarbeiter in GmbHs um bis zu 30 Prozent gesenkt werden könnten, berichten Insider.
Die Deutsche Bank hält knapp 52 Prozent an der Postbank; 2012 kann sie weitere 39,5 Prozent übernehmen. Deutschlands größte Bank hatte angekündigt, dass sie durch die Übernahme bis 2014/15 jährliche Synergien von 1 Mrd. Euro heben will, davon rund drei Viertel durch Kosteneinsparungen. Die Arbeitnehmerseite befürchtet mittelfristig den Abbau Tausender Arbeitsplätze.
Die Postbank hat gut 20.000 Mitarbeiter, die Deutsche Bank in Deutschland 49.000. Die erste Verhandlungsrunde über ein Sozialrahmenpapier fand am 30. Mai und 1. Juni statt. Dort schlug die Arbeitgeberseite, vertreten durch Postbank-Personalvorstand Ralf Stemmer und den Chief Operating Officer des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank, Christian Ricken, dem Konzernbetriebsrat und den Gewerkschaften das GmbH-Modell vor.
Betreffen würde es voraussichtlich überwiegend Postbank-Mitarbeiter, denn die Deutsche Bank hat bereits viele Angestellte in solche GmbHs verschoben - die Gewerkschaft DBV geht von etwa 4000 aus, die Deutsche Bank selbst nennt keine Zahl. Die Bank sagte den Arbeitnehmern nicht, wie viele Mitarbeiter betroffen sein könnten. Gewerkschaftler gehen von mehreren Tausend Angestellten aus.
In den GmbHs sollen Mitarbeiter nach ersten Ideen 42 Wochenstunden arbeiten anstatt wie in der Postbank üblich 38,5 Stunden, Urlaubstage würden von 30 auf 27 gekürzt, die Gehälter gesenkt, das 13. und 14. Monatsgehalt gestrichen, die Mitarbeiter von Gehaltstarifverhandlungen der Branche ausgeschlossen. Betroffene Altangestellte sollen allerdings für fünf Jahre Ausgleichszahlungen bekommen.
Die Deutsche Bank lockt damit, dass sie allen Arbeitnehmern der Postbank und der Deutschen Bank in Deutschland einen Kündigungsschutz bis Ende 2014 bietet - aber nur unter Bedingungen. So sollen Mitarbeiter keinen zumutbaren Job ablehnen dürfen. Ein Kündigungsschutz wäre vor allem für Mitarbeiter der Deutschen Bank erfreulich. Während Verdi für einen Großteil der Postbank-Mitarbeiter einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2013 ausgehandelt hatte, haben die Deutsch-Banker bislang keine Sicherheit.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 28. bis 30. Juni angesetzt. Die Deutsche Bank drücke aufs Tempo und wolle an diesem Termin eine grundsätzliche Einigung erzielen, so Teilnehmer. Detailverhandlungen sollen folgen. Für die Arbeitnehmerseite wird es vor allem auch deswegen schwierig sein, der Deutschen Bank die Stirn zu bieten, da die verschiedenen Gewerkschaften am Verhandlungstisch - Verdi sowie die Tarifgemeinschaft von DBV, Komba und DPVKom - sich nicht einig über das Vorgehen sind und nach Wahrnehmung Dritter teilweise eher gegeneinander als miteinander kämpfen.
Aus dem Magazin |
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Mehr dazu lesen Sie in Capital Heft 07/2011, das ab dem 22. Juni im Handel erhältlich ist. |
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