Deutsche Banken haben sich während der Finanzmarktkrise Hunderte Mrd. Dollar bei der US-Federal Reserve geliehen. Allein aus dem Krisenprogramm TAF (Term Auction Facility) erhielten die US-Tochtergesellschaften deutscher Banken Ein- bis Dreimonatskredite im Umfang von insgesamt 660 Mrd. Dollar. Das geht aus einer Empfängerliste hervor, die am Mittwochabend von der US-Notenbank veröffentlicht wurde. Allein die Dresdner Bank zapfte das Programm von Dezember 2007 bis Mai 2009 37 Mal an und lieh insgesamt 123 Mrd Dollar.
TAF wurde im Dezember 2007 als Teil einer konzertierten Aktion der Fed mit der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie den Notenbanken Englands, Kanadas und der Schweiz aufgelegt. Angesichts von Engpässen auf dem Interbankenmarkt kündigten sie damals massive Liquiditätsspritzen an. Zudem vereinbarten die Fed und die EZB Währungsswaps, also den Tausch von Kapitalbeträgen in Euro und Dollar.
Die Fed legte nun Rechenschaft über die Verwendung von Krisenhilfen im Umfang von insgesamt 3300 Mrd. Dollar ab. Neben dem Aufkauf von Hypothekenpapieren im Nennwert von 1250 Mrd. Dollar war TAF eines der wichtigsten Programme, um die Banken mit billigem Geld zu versorgen. Die Fed vergab unter diesem Titel zunächst Einmonatskredite, ab August 2008 auch Darlehen mit einer Laufzeit von drei Monaten gegen vergleichsweise geringe Sicherheiten. So konnten die Banken auch Hypothekenpapiere hinterlegen, obwohl diese im Zuge der US-Immobilienkrise in Verruf geraten waren. Mittlerweile sind alle TAF-Kredite inklusive Zinsen zurückgezahlt.
Größter Nutznießer des Programms war die britische Bank
Barclays, deren US-Niederlassungen sich insgesamt 232 Mrd. Dollar borgten. Auf dem zweiten Platz folgte die die
Bank of America mit insgesamt 212 Mrd. Dollar. Unter den Top Ten finden sich mit der Dresdner Bank und der BayernLB aber auch zwei deutsche Institute.
Die Bayerische Landesbank lieh sich insgesamt 108 Mrd. Dollar von der Fed, die WestLB 78 Mrd. Die
Deutsche Bank war mit 76 Mrd. Dollar dabei, die Commerzbank mit 51 Mrd. Dollar. Die Depfa, deren Fehlspekulationen in Irland die Muttergesellschaft
HRE an den Rand des Abgrunds brachten, borgte 47 Mrd. Dollar bei der Fed.










