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29.08.2011
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Foto: capital.de

Geheimdienst und Kinderpornos

Heiße Spur im New Yorker HSH-Skandal

von Jens Brambusch, Melanie Bergermann

Den New Yorker Ermittlern ist ein Durchbruch im Kinderporno-Skandal der HSH-Nordbank gelungen: Sie identifizierten einen Ex-Geheimdienstler hinter dem fraglichen Account. Die Spur führt nach Europa.

Nach Informationen der FTD konnte der Internetanschluss ermittelt werden, über den versucht wurde, dem damaligen Niederlassungsleiter der Landesbank in den USA, Roland K., Bilder pädophilen Inhalts unterzuschieben. Der Account wurde den Ermittlungen zufolge von Jan H. angelegt, einem ehemaligen tschechischen Geheimdienstler, der auch in Deutschland als Subunternehmer für Wirtschaftsdetekteien tätig ist. In der Branche ist er als Mann für "heikle Fälle" bekannt.

Mit den neuen Erkenntnissen gewinnt der Fall an Dynamik. "Wenn man sich die Liste derer anschaut, die in den Fall involviert sind, gibt es nur wenige, die über Kontakte zu Leuten wie Jan H. verfügen", sagt einer, der in New York dabei war.

Im September 2009 war ein 13-köpfiges Team in der New Yorker Dependance der Landesbank angerückt, bestehend aus hochrangigen HSH-Managern und Mitarbeitern der Münchner Sicherheitsberatung Prevent. Die Mission: Der in Ungnade gefallene Statthalter sollte fristlos entlassen werden. An diesem Tag sollten ihm die Papiere überreicht werden. Doch Roland K. war nicht anwesend.

In dessen Abwesenheit filzten die Privatermittler Roland K.s Büro - und stießen in seinem Computer auf Kinderpornografie. Der Fall wurde der New Yorker Polizei übergeben. Doch die US-Ermittler kamen schnell zu dem Schluss, dass K. Opfer einer Intrige geworden sei, sein Computer manipuliert war. Seitdem ermittelt die New Yorker Staatsanwaltschaft wegen Behinderung der Justiz und Vortäuschen einer Straftat. In den USA stehen empfindliche Strafen auf den Straftatbestand, der "Obstruction of justice" genannt wird. Mehrjährige Haftstrafen drohen.

Lange Zeit sah es so aus, als ob die Ermittlungen stockten. Auch die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall, ließ im vergangenen November Büros von Prevent an mehreren Standorten durchsuchen. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen gegen zwei verantwortliche Mitarbeiter. Es geht um den Verdacht der Anstiftung zum Besitz von kinderpornografischem Material sowie um den Verdacht der falschen Verdächtigung. Noch dauern die Auswertungen an.

Im Zuge des Skandals musste der damalige Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher seinen Hut nehmen. Roland K. wurde rehabilitiert, die HSH zahlte ihm eine millionenschwere Entschädigung. Unklar ist aber noch, wer hinter der Intrige steckt.


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