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05.09.2011
Die Türme der Deutschen Bank
Die Türme der Deutschen Bank
Foto: AP

Betrugsvorwurf

Auch Großbritannien ermittelt gegen Deutsche Bank

Nicht nur in den Vereinigten Staaten droht dem Geldhaus Ärger. Wegen des Verdachts auf Betrug nimmt auch eine britische Aufsichtsbehörde die Deutsche Bank unter die Lupe. Die Klagen könnten der Bank Milliardenschäden einhandeln.

Britische Aufsichtsbehörden nehmen von der Deutschen Bank zusammengestellte Wertpapiere wegen Betrugsverdachts unter die Lupe. Die Untersuchung des Serious Fraud Office (SFO) solle Beweise dafür liefern, das Finanzinstitute ihren Kunden beim Verkauf von forderungsbesicherten Wertpapieren in Großbritannien falsche Informationen lieferten, berichtet die Financial Times. Von der Untersuchung seien auch Goldman Sachs sowie weitere Geldhäuser betroffen, die jedoch nicht namentlich genannt werden.

SFO-Direktor Richard Alderman sagte der Zeitung, die Ermittlungen seien schwierig, da die Behörde den Instituten eine Betrugsabsicht nachweisen müsse. Berits am Samstag hatte ein SFO-Sprecherin der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, dass die Behörde zwar nicht direkt gegen Banken ermittle, jedoch eine grundsätzlicher Untersuchung laufen habe.

Man interessiere sich "schon eine ganze Weile" für den Verkauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren. Im Zuge der Untersuchungen spreche man mit Vertretern aus dem Londoner Finanzdistrikt und beobachte auch sehr genau die Entwicklung in den USA. Dem "Daily Telegraph" zufolge unterstützt die Behörde die Untersuchungen in den USA. Derzeit analysiere die SFO Wertpapiere im Volumen von mehreren Milliarden Pfund.

Dort war am Freitag war eine Milliardenklage gegen 17 Großbanken bekannt geworden. Im Zuge der Aufarbeitung der Finanzkrise zieht dort auch die Aufsichtsbehörde der beiden größten staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac vor Gericht. Der Klageschrift vom Freitag zufolge werden finanzielle Schäden auf Hypotheken-Anleihen über insgesamt fast 200 Mrd. Dollar geltend gemacht - davon entfallen mehr als 14 Mrd. Dollar auf die Deutsche Bank, die damit eine der am stärksten betroffenen Banken ist. Der deutsche Branchenprimus sagte, das Institut werde sich entschlossen zur Wehr setzen. Die Vorwürfe seien unbegründet.

Die Federal Housing Finance Agency (FHFA) wirft den Instituten vor, die Qualität der an die beiden professionellen Investoren verkauften Kreditbündel falsch dargestellt zu haben. Die Deutsche Bank ist in den USA wegen ihrer Hypothekengeschäfte in eine ganze Reihe von Verfahren verwickelt, die mit Milliarden-Strafzahlungen enden können. Die Prozesse dürften sich über Jahre hinziehen.

Die FHFA hat unter anderem auch Goldman Sachs, Bank of America, JPMorgan, Citigroup und Morgan Stanley sowie die britischen Geldhäuser HSBC und Barclays sowie die Credit Suisse im Visier. Insgesamt werden der FHFA zufolge 17 Unternehmen angeklagt.

Einem Bericht der "New York Times" zufolge ist die Klage vor dem Bezirksgericht von Manhattan das Ergebnis von Ermittlungen, in deren Rahmen die Aufsicht die betroffenen Institute im vergangenen Jahr zur Befragung vorgeladen hat. Die beiden Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac haben beim Platzen der Finanzblase vor drei Jahren hohe Summen verloren und mussten verstaatlicht werden. Es gilt als zentrale Ursache der Krise, dass die Finanzkraft von Immobilienkäufern notorisch und offenbar auch systematisch überschätzt wurde, um mehr Kredite zu vergeben. Dabei verließ sich der Markt darauf, dass der Wert der mit den Hypotheken belasteten Immobilien immer weiter und in anhaltend hohem Tempo steigt.


Quelle: ftd.de
© 2011 reuters

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