Empfehlen Als E-Mail verschicken Facebook Twitter XING Drucken
24.10.2011

Foto: ddp
Investor-Artikel

Absicherung von Offshore-Projekten

Versicherer fassen Mut auf offenem Meer

von Friederike Krieger

Die deutsche Assekuranz hat sich lange Zeit bei Deckungen für Offshore-Windparks zurückgehalten. Jetzt wagen sich die Gesellschaften auch an Führungen von Konsortien und bieten umfangreichere Bedingungen.

Die Versicherer haben eine entscheidende Barriere für die Energiewende beseitigt. Sie sind freigebiger mit dringend benötigten Schadensdeckungen für Windparks auf dem offenen Meer. "Früher war der Bereich Offshore-Versicherungen bei deutschen Versicherern ein reiner Verkäufermarkt, in dem die Kunden um Deckungen nachsuchen mussten. Da wurden leider auch sehr eingeschränkte Deckungen verkauft", sagte Patrick Wendisch, geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Versicherungsmaklers Nordwest Assekuranz, der zur Lampe & Schwartze gehört.

Halbwegs ausreichende Policen bekamen deutsche Windparkbetreiber nur international. Die Versicherer hatten Angst vor den unbekannten Gefahren. Investoren konnten ohne Versicherungsschutz aber keine Projekte starten. "Jetzt sind auch hier Führungen und hohe Deckungslimite zu sogar besseren Bedingungen zu bekommen", sagte Wendisch.

Nordwest Assekuranz habe im ersten Halbjahr 2011 zwei Projektdeckungen für Windparks mit deutscher Beteiligung platziert. An der Deckung des Parks "Meerwind" in der Nordsee, die vom dänischen Versicherer Codan angeführt wird, haben Axa, HDI-Gerling und Allianz Global Corporate & Specialty große Anteile. Bei der vor Borkum gelegenen Anlage "Riffgat" hat mit HDI-Gerling ein deutscher Versicherer sogar die Führung des Konsortiums übernommen.

Auch bei den Bedingungen zeigt sich die Assekuranz neuerdings großzügig. So haben sich die Versicherer bei den zwei platzierten Deckungen für "Meerwind" und "Riffgat" auf eine umfangreiche Deckung von Mangelfolgeschäden eingelassen. Die entstehen etwa, wenn das Getriebe einer Anlage mangelhaft ist und dadurch Schäden am Generator entstehen. Auch eine Betriebsunterbrechungspolice sei möglich gewesen, die Einnahmeausfälle für einen Zeitraum von zwei Jahren abfedert, wenn der erzeugte Strom trotz fertiger Anlage nicht eingespeist werden kann. "Das nimmt einen Großteil der Unsicherheit aus dem Projekt", sagte Wendisch

Nach Wendischs Einschätzung wollten sich die deutschen Versicherer nicht länger Geschäft entgehen lassen. "Es ist ein riesiger Markt, der da entsteht", sagte er. Das Prämienvolumen sei deutlich höher als bei der konventionellen Energieerzeugung. "Bei der Absicherung eines Offshore-Windparks wird rund zehn Mal mehr Risikoprämie verlangt als bei einem Kohlekraftwerk", sagte er.


Quelle: ftd.de
© 2011 capital.de

Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel


Ihre Meinung

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird nicht veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar



 
Capital - Suche
 
Marktinformationen
DAX Tops Diff %
Merck
Fresenius
Metro
Flops
ThyssenKru
Dt.Lufthan
Deutsche B
DAX 6.289,06 -2,28%
TecDAX 751,70 -1,43%
EUR/US 1,2574 -0,84%
GOLD 1.537,25 -2,02%
Quelle: Smarthouse Media, SIX Telekurs
Wohn- und Ferienimmobilien-Kompass
Aktualisierte Fassung 2012
PartnerangebotImmobilien suchen in ...