Die Versicherer haben eine entscheidende Barriere für die Energiewende beseitigt. Sie sind freigebiger mit dringend benötigten Schadensdeckungen für Windparks auf dem offenen Meer. "Früher war der Bereich Offshore-Versicherungen bei deutschen Versicherern ein reiner Verkäufermarkt, in dem die Kunden um Deckungen nachsuchen mussten. Da wurden leider auch sehr eingeschränkte Deckungen verkauft", sagte Patrick Wendisch, geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Versicherungsmaklers Nordwest Assekuranz, der zur Lampe & Schwartze gehört.
Halbwegs ausreichende Policen bekamen deutsche Windparkbetreiber nur international. Die Versicherer hatten Angst vor den unbekannten Gefahren. Investoren konnten ohne Versicherungsschutz aber keine Projekte starten. "Jetzt sind auch hier Führungen und hohe Deckungslimite zu sogar besseren Bedingungen zu bekommen", sagte Wendisch.
Nordwest Assekuranz habe im ersten Halbjahr 2011 zwei Projektdeckungen für Windparks mit deutscher Beteiligung platziert. An der Deckung des Parks "Meerwind" in der Nordsee, die vom dänischen Versicherer Codan angeführt wird, haben
Axa,
HDI-Gerling und Allianz Global Corporate & Specialty große Anteile. Bei der vor Borkum gelegenen Anlage "Riffgat" hat mit HDI-Gerling ein deutscher Versicherer sogar die Führung des Konsortiums übernommen.
Auch bei den Bedingungen zeigt sich die Assekuranz neuerdings großzügig. So haben sich die Versicherer bei den zwei platzierten Deckungen für "Meerwind" und "Riffgat" auf eine umfangreiche Deckung von Mangelfolgeschäden eingelassen. Die entstehen etwa, wenn das Getriebe einer Anlage mangelhaft ist und dadurch Schäden am Generator entstehen. Auch eine Betriebsunterbrechungspolice sei möglich gewesen, die Einnahmeausfälle für einen Zeitraum von zwei Jahren abfedert, wenn der erzeugte Strom trotz fertiger Anlage nicht eingespeist werden kann. "Das nimmt einen Großteil der Unsicherheit aus dem Projekt", sagte Wendisch
Nach Wendischs Einschätzung wollten sich die deutschen Versicherer nicht länger Geschäft entgehen lassen. "Es ist ein riesiger Markt, der da entsteht", sagte er. Das Prämienvolumen sei deutlich höher als bei der konventionellen Energieerzeugung. "Bei der Absicherung eines Offshore-Windparks wird rund zehn Mal mehr Risikoprämie verlangt als bei einem Kohlekraftwerk", sagte er.
Quelle: ftd.de
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