Die Herausforderungen für die Schweizer Bank sind enorm.
Die Herausforderungen für die Schweizer Bank sind enorm.
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Schweizer Problemfall

UBS-Chef kündigt "Revolution" an

Die Bank schreibt weiter rote Zahlen. Aber nur die Rückkehr zu Gewinnen meint Chef Oswald Grübel nicht, wenn er von Umsturz spricht. Er will die UBS neu erfinden – und träumt von ackermann'schen Renditen.

Der neue UBS-Vorstandschef Oswald Grübel setzt sich und der Schweizer Bank ehrgeizige Ziele. In den kommenden drei bis fünf Jahren strebt das gebeutelte Institut einen jährlichen Vorsteuergewinn von 15 Milliarden Franken, ein Aufwand-Ertragsverhältnis von 65 bis 70 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von 15 bis 20 Prozent an. Das kündigte Grübel auf dem Investorentag der Bank am Dienstag an.



Erreichen will Grübel das mit einer Revitalisierung der Vermögensverwaltung, des Investmentbankings und des traditionellen Retailbankings in der Schweiz. Für die Betreuung vermögender Kunden in den Vereinigten Staaten wurde Star-Broker Robert McCann von Merrill Lynch verpflichtet. Im Investmentbanking soll der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen durch bessere Kontrollsysteme und die Verpflichtung von Spezialisten wieder fit gemacht werden. Im Massengeschäft mit Privatkunden sollen Studenten, junge Berufstätige, Familien und Menschen kurz vor dem Ruhestand verstärkt angesprochen werden.

Grübel sprach von "Revolution": "Unsere neue Strategie entspricht einer Evolution in Bezug auf unser Geschäftsportfolio, bedeutet aber eine Revolution in der Art, wie wir unser Geschäft betreiben. UBS verfügt über hervorragende Geschäfte und ausgeprägte Stärken, auf denen wir aufbauen - als führender Vermögensverwalter der Welt, mit einer globalen Investment Bank und einem globalen Asset Management sowie als führende Universalbank in der Schweiz", sagte Grübel. "Wir haben große Fortschritte erzielt bei der Stärkung unserer Kapitalbasis und der Neuausrichtung auf das Wachstum unseres Konzerns. Doch bleibt noch vieles zu tun", sagte Grübel.

Die Herausforderungen für die Schweizer Bank sind enorm. Im Zuge der Kreditkrise häufte das Institut Abschreibungen und Verluste von 50 Milliarden Dollar an. Deshalb sprangen Staat und Notenbank ein und spannten einen Risikoschirm auf. Während andere Banken inzwischen wieder profitabel sind, erwirtschaftete die UBS im dritten Quartal 2009 einen Konzernverlust von 564 Millionen Franken. Im zweiten Quartal hatte der Fehlbetrag 1,4 Milliarden Franken betragen. Zudem gab sie einen zurückhaltenden Ausblick.

All das spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Die UBS-Aktie legte seit Jahresbeginn 19 Prozent zu. Über denselben Zeitraum kletterten die Papiere der Credit Suisse um mehr als 90 Prozent. Der Schweizer Aktienindex SMI allerdings lediglich um knapp 16 Prozent.

Gerade für das Investmentbanking könnten die nächsten drei bis fünf Jahre schwieriger werden. Der Grund: Notenbanken und Regierungen ziehen sich aus den Stützungsaktivitäten zurück. Entsprechend kritisch äußerte sich Josef Ackermann. Der Vorstandschef der Deutschen Bank hält die Krise für noch nicht ausgestanden. Am Montag machte er deutlich, dass die Milliardengewinne seines Hauses und vieler Rivalen in diesem Jahr noch kein Zeichen für normale Zeiten seien. "Die guten Zahlen spiegeln eine Sondersituation wider."

Banken hätten zuletzt stark von den Stützungsaktionen der Notenbanken und Staaten weltweit profitiert. Diese löste zwar eine Anleiheflut an den Finanzmärkten aus, an der Investmentbanken kräftig Geld verdienten. Wie sich die Banken nach einer Normalisierung - ohne die staatlichen Milliarden am Markt - schlagen werden, ist Ackermann zufolge noch offen. Viele Experten erwarten, dass die Gewinne der Investmentbanken bereits 2010 wieder sinken.


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17.11.2009

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