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04.07.2011
VW-Chef Winterkorn freut sich über das Ergebnis
VW-Chef Winterkorn freut sich über das Ergebnis
Foto: AP

Umworbener Lkw-Hersteller

Volkswagen hält 56 Prozent an MAN

Dass Volkswagen es geschafft hat, wurde schon vor dem Wochenende bekannt. Nun ist klar: Die Wolfsburger sammelten weitaus mehr Aktien des Lkw-Herstellers ein als zunächst geplant. Die MAN-Aktie gibt deutlich nach.

Auf Niederlage folgt Sieg: Nachdem sich VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch in der vergangenen Woche eine blutige Nase bei dem Versuch holte, schon jetzt den MAN-Aufsichtsrat nach seinen Vorstellungen zu besetzen, heimst er einen Erfolg ein.

Denn Volkswagen hält eine deutliche Mehrheit an dem Lastwagenhersteller. Das teilte der Autobauer am Montag offiziell mit, nachdem das Überspringen der 50-Prozent-Marke schon am Freitag durchgesickert war. Der Wolfsburger Autokonzern halte 55,9 Prozent an MAN, gab VW bekannt. "Volkswagen ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden", sagte VW-Chef Martin Winterkorn. VW-Aktien legten um ein halbes Prozent zu, während MAN-Papiere um knapp 1,7 Prozent nachgaben.

MAN-Aktionäre hätten dem Konzern 35.857.607 Stammaktien und 164.613 Vorzugsaktien angedient, teilte Europas größter Autobauer mit. Das Unternehmen habe damit im Rahmen seines Pflichtangebotes einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum integrierten Nutzfahrzeugkonzern aus MAN, Scania und Volkswagen erreicht, hieß es. Im Mai hatte VW unerwartet seine Anteile an MAN auf über 30 Prozent erhöht und musste ein Pflichtangebot abgeben.

Auf dem Weg zum weltgrößten Autobauer

Mehr Aktionäre als anfangs erwartet hatten das Übernahmeangebot angenommen. In der vergangenen Woche hatte VW zunächst rund 33 Prozent gemeldet. Es ist aber üblich, dass Investoren erst gegen Ende eines Übernahmeangebots zuschlagen.

Die Offerte, die beim Überschreiten der 30-Prozent-Marke fällig geworden war, lief vergangenen Mittwoch aus. Ursprünglich hatten die Wolfsburger nur 35 bis 40 Prozent angestrebt. VW will MAN enger mit seiner schwedischen Lkw-Tochter Scania verzahnen. Piëch schwebt eine Lkw-Allianz vor. Der Wolfsburger Konzern strebt an, größter Autobauer der Welt zu werden.

Die Nachricht vom Erfolg der Übernahmeofferte für MAN kommt nur gut eine Woche, nachdem die EU-Kommission Piëchs Machtstreben bei dem Münchner Unternehmen gebremst hatte. Die Wettbewerbshüter empfahlen Europas größtem Autobauer, die fusionsrechtliche Genehmigung abzuwarten, bevor die VW-Führung in den MAN-Aufsichtsrat einziehe und diesen dominiere.

Mehrere Monate bis zur kartellrechtlichen Freigabe

"Man kann nicht die Kontrolle über ein Unternehmen ausüben, bevor die EU die Genehmigung erteilt hat," hatte eine EU-Sprecherin am vergangenen Montag in Brüssel gesagt. Das war eine Schlappe für Piëch.

Der niedersächsische Autobauer zog daraufhin die Kandidatur von Konzernchef Winterkorn, Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch und Lkw-Vorstand Jochem Heizmann für den MAN-Aufsichtsrat zurück. Alle drei gehören dem Kontrollgremium des schwedischen MAN-Rivalen Scania an.

Bis zur kartellrechtlichen Freigabe wird es nach jetzigem Stand noch mehrere Monate dauern. Eine Genehmigung gilt aber als äußerst wahrscheinlich. Damit würde die Mehrheitsübernahme durch VW perfekt und MAN eine VW-Tochter.


Quelle: ftd.de
© 2011 capital.de

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