Nach Monaten der leisen Töne hat
Porsche den Kampf um seinen Platz und sein Profil im VW-Konzern aufgenommen. Sieben Wochen nach Amtsantritt macht der neue Vorstandschef Matthias Müller klar, dass die kleinlauten Zeiten beim Sportwagenbauer nach dem gescheiterten Angriff auf
Volkswagen vorbei sind.
Beinahe im Wochenrhythmus protzen die Stuttgarter mit guten Nachrichten: neue Jobs, Investitionen in Forschung und Entwicklung, hohe Nachfrage und Ehrungen. Mittlerweile ist Porsche sogar schon wieder so weit, austeilen zu können - auch gegen Schwestermarken wie Audi. Der gescheiterte frühere Chef Wendelin Wiedeking hatte sich vor allem durch seine Kraftsprüche in Wolfsburg unbeliebt gemacht. Nach seinem Abgang war das Selbstbewusstsein bei Porsche dahin.
Vor allem von Audi wollen sich die Zuffenhausener künftig nicht unterbuttern lassen und sportlichste Marke im Konzern mit der Federführung für dieses Geschäftsfeld sein. "Wir werden in jedem Segment das sportlichste Angebot bieten, auch im konzerninternen Wettbewerb. Kompromisse wird es nicht geben", sagte Müller. Das war am Dienstag.
Nur einen Tag später legt der Sportwagenbauer beeindruckende Zahlen für das erste Quartal des seit August laufenden Geschäftsjahres vor - und untermauert damit den Anspruch auf einen Sonderstatus bei VW. In den Monaten August bis Oktober stieg der Absatz im Vergleich zum allerdings schwachen Vorjahresquartal um 86,4 Prozent auf 21.218 Fahrzeuge. Der Umsatz betrug 2,06 Mrd. Euro. Das sind 80,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des vorangegangenen Geschäftsjahres. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg von 52 Mio. Euro auf 395 Mio. Euro. Damit weist der Konzern eine zweistellige Umsatzrendite auf. Damit lässt Porsche andere Oberklasse-Hersteller wie Daimler und BMW hinter sich. Auch im kommenden Geschäftsjahr 2011 rechne Porsche mit einem guten Auftakt, stellte der Finanzvorstand in Aussicht.
Wie es nach Steuern und Abschreibungen aussieht, verrät der Autobauer nicht. Die vorgelegten Geschäftszahlen gewährten nur begrenzt Einblick in die finanzielle Lage von Porsche, schrieb die DZ Bank.











