BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer sieht in den Karbon-Autos eine große Chance für seinen Autobauer. In einem Interview mit Capital (Ausgabe 9/2011) sagte Reithofer, dass das Unternehmen "das Thema Karbon inzwischen sehr gut im Griff hat". BMW habe "unverändert das Ziel, in der ersten Modell-Generation damit Geld zu verdienen". Das Unternehmen müsse in jedem Fall diese Technologie jetzt einführen, "sonst ist es vielleicht zu spät". Reithofer sagte, BMW habe inzwischen die Verarbeitung von Karbonfasern so weit automatisiert, dass eine Serienfertigung möglich sei.
Der BMW-Chef wies im Capital-Interview darauf hin, dass sich selbst die Automobilbranche auf neue Wettbewerber einstellen müsse: "Je mehr der Trend in Richtung Elektromobilität geht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch Branchenfremde ins Autogeschäft einsteigen." Reithofer ließ offen, aus welcher Branche er künftige Wettbewerber erwarte und sagte nur: "Es handelt sich nicht um einen Elektronikkonzern." In diesem Zusammenhang warnte er vor der Gefahr durch solche neuen Wettbewerber: "Ich glaube, viele in der Industrie unterschätzen derzeit noch das Tempo des Umbruchs."
China zählt für den BMW-Chef ebenfalls zu den Herausforderungen in der Zukunft: "In zehn bis 15 Jahren wird es aus meiner Sicht eine erfolgreiche chinesische Automobilindustrie geben, die auch exportiert." Die Chancen einer rein chinesischen Marke von BMW bewertet Reithofer zurückhaltend, es gäbe wirtschaftlichere Modelle für beide Joint-Venture-Partner. Die Gespräche mit den Chinesen liefen aber "in einem guten Geist" und deshalb sei er sicher, dass eine Lösung gefunden werde.
Angesprochen auf die Euro- und Finanzkrise und einen möglichen nächsten großen Crash, sagte Reithofer: "Ich möchte darüber nicht spekulieren. Wir haben uns in der Theorie mit Risiko-Szenarien vor 2015 befasst."
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Das komplette Interview finden Sie in Capital Heft 09/2011, das ab dem 18. August im Handel erhältlich ist. |
Quelle: Capital
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