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20.09.2010
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Mit der Stiftungsregelung stößt Piëch seinen Kinder vor den Kopf
Mit der Stiftungsregelung stößt Piëch seinen Kinder vor den Kopf
Foto: dpa

Für die Zeit nach ihm

VW-Patriarch Piëch bringt sein Vermächtnis in Sicherheit

von Kristina Spiller

Der Firmenstratege hat sein Erbe geregelt. Er will damit offenbar Nachlassstreitigkeiten vermeiden. Was wie eine reine Familienangelegenheit wirkt, ist auch von großer Bedeutung für den neuen Konzern Volkswagen-Porsche.

Ferdinand Piëch schützt Volkswagen vor der Macht renditehungriger Investoren. Der Firmenpatriarch hat seine milliardenschweren Anteile am Sportwagenbauer Porsche, der nächstes Jahr mit dem Autokonzern verschmelzen soll, auf zwei österreichische Stiftungen übertragen. Das bestätigte er dem Magazin "Focus". So verhindert der 73-Jährige, dass seine Erben Teile des Firmenvermögens verkaufen können.

Mit dem Schritt bringt Piëch sein Vermächtnis in Sicherheit, das viele bei VW ohne den Aufsichtsratschef in Gefahr sehen. Dem langfristigen strategischen Kalkül des Managers verdankt das Unternehmen sein international einzigartiges Markengefüge von Skoda und Seat mit ihren günstigen Wagen über Nobelkarossen wie Porsche, Bentley und Bugatti bis zu Schwerlastern der Lkw-Hersteller Scania und MAN. Mit seinen bald zwölf Marken strebt VW unter Piëchs Regie an die Weltmarktspitze. Die Integration von Porsche ist Piëchs jüngster Coup. Die Eignerfamilien des Sportwagenbauers, Porsche und Piëch, bestimmen als Großaktionäre VWs Schicksal.

Längst sorgen sich Manager aber, ob das Imperium nach Piëchs Ägide hält. Kurzfristig denkende Investoren könnten VW etwa von teuren, aber wichtigen Expansionsschritten abhalten. "Niemand ist mit Piëch zu vergleichen. Er hat ein besonderes strategisches Geschick", sagte ein VW-Kontrolleur.

Offenbar teilt Piëch die Sorgen: "Mir liegt die gesicherte Zukunft unserer Unternehmen am Herzen", sagte er über seine Stiftungen dem "Focus". "Deswegen und im Sinne der Nachhaltigkeit habe ich mich - ähnlich wie Bosch es getan hat - für die Stiftung entschieden." Experten machen den Erfolg des Zulieferers daran fest, dass seine Stiftung langfristiges Handeln erlaubt. Analog bedeutet Piëchs Entscheidung für den Wolfsburger Autobauer einen deutlichen Zugewinn an Stabilität.

Allerdings beschwört Piëch den Widerstand einiger Erben herauf. Er wisse "die Mehrheit seiner Erben" hinter sich, betonte er - aber eben nur die Mehrheit. Einige seiner zwölf Kinder, die Piëch mit vier Frauen hat, wollen demnach freier über ihr Erbe verfügen, als Piëchs Plan es zulässt.


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