Der Autobauer
Daimler fährt mit Vollgas aus der Krise und steckt sich angesichts der unerwartet schnellen Branchenerholung höhere Ziele. "Wir rechnen für das Jahr 2010 mit einem deutlichen Umsatzanstieg und streben ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft von 6 Milliarden Euro an", kündigte Konzernchef Dieter Zetsche am Dienstag an. Daimler hatte seine Prognose bereits Mitte Juli zum zweiten Mal in diesem Jahr nach oben geschraubt und von deutlich mehr als 4 Milliarden Euro Gewinn gesprochen.
Die Aktie notierte dennoch zeitweise mit 2,3 Prozent im Minus, nachdem sie im Tagesverlauf schon im Plus notierte. "Einige Investoren hatten wohl auf eine positive Überraschung gesetzt. Nachdem das ausgeblieben ist, bauen sie ihre Bestände wieder ab", sagte ein Händler. Auch andere Autotitel verloren.
Für das zweite Quartal meldete Daimler ein Ebit von 2,1 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 1 Milliarden Euro angefallen. Der Umsatz stieg von 19,6 Milliarden Euro auf 25,1 Milliarden Euro. Der Barmittelzufluss habe sich deutlich auf 2,5 Milliarden Euro erhöht.
Autoprofessor Stefan Bratzel sieht den Konzern nun auf einem guten Weg. "Daimler hat zu spät auf die Krise reagiert. Nun haben sie aber mit einer schwäbischen Gründlichkeit Kosten reduziert", sagte er der FTD. Die Stuttgarter profitierten nun von "einer guten Kostenstruktur und vom günstigen Dollar-Euro-Verhältnis".
Zetsche sagte, Absatz und Umsatz entwickelten sich in allen Geschäftsfeldern sehr dynamisch. "Nach einem bereits guten ersten Quartal konnten wir nun im zweiten Quartal ein exzellentes Ergebnis erwirtschaften." Wesentliche Faktoren waren boomende Absätze vor allem in China und den USA, höhere Preise sowie mehr teure Extras. Auch andere Geschäftsfelder wie Lastwagen entwickelten sich positiv und verbesserten den Gewinn. Der weltweite Absatz von Autos und Lastwagen erhöhte sich im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 496.500 Fahrzeuge.
Auch Konkurrent Audi äußerte sich zuversichtlich. "Wir sind positiv überrascht, wie wir ins Jahr 2010 gestartet sind. Wir haben das Ergebnis im ersten Halbjahr sehr deutlich übertroffen", sagte Vorstandschef Rupert Stadler am Montagabend in München. "Da wird uns auch ein gutes zweites Halbjahr gelingen."
Konkrete Zahlen für das erste Halbjahr werden die Ingolstädter am Freitag vorlegen, Konzernmutter Volkswagen bereits am Donnerstag. Dann will Audi auch seine Absatzprognose für 2010 präzisieren. Einstweilen bekräftigte Stadler lediglich, dass die Million deutlich übertroffen, und der Rekord aus dem Jahr 2008 in den Schatten gestellt werde. Im vergangenen Jahr waren die Verkaufszahlen auf 950.000 zurückgegangen.
Kursinformationen + Charts
| Unternehmen | ISIN | ||||
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| DaimlerChrysler | DE0007100000.DE |
Quelle: ftd.de
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