03.08.2010
BMW-Chef Norbert Reithofer
BMW-Chef Norbert Reithofer
Foto: Getty

Erholung der Automärkte

BMW strotzt und schweigt

Die Nachfrage nach Oberklassewagen steigt weltweit. Dem Münchner Autobauer beschert sie ein kräftiges Gewinnplus und eine Traumrendite im zweiten Quartal. Für das Gesamtjahr scheut BMW jedoch eine konkrete Prognose. Dennoch steigt die Aktie.

Dank der Erholung auf den weltweiten Automärkten hat BMW einen unerwartet großen Gewinnsprung hingelegt. Das Ergebnis vor Steuern schnellte im zweiten Quartal auf 1,3 Mrd. Euro nach oben - rund anderthalb mal so viel wie von Analysten erwartet.

Konzernchef Norbert Reithofer bekräftigte am Dienstag die Prognose, wonach das Ergebnis im Gesamtjahr "signifikant über dem Niveau des Vorjahres" liegen werde. Das dürfte BMW schon deshalb nicht schwer fallen, weil der Gewinn vor Steuern bereits im Startquartal rund 100 Mio. höher lag als im gesamten Krisenjahr 2009. Dennoch nannte Reithofer zunächst keine konkrete Gewinnerwartung für 2010 - im Gegensatz etwa zum großen Konkurrenten Daimler , der 6 Mrd. Euro Gewinn erwartet.

Mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 43,94 Euro setzten sich die Papiere im DAX an die Spitze und waren damit so teuer wie seit November 2007 nicht mehr. Die Titel des Erzrivalen Daimler verteuerten sich um 1,5 Prozent auf 42,03 Euro.

Die BMW-Zahlen im zweiten Quartal zeigten eine starke Entwicklung, sagte DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic. Die neuen Modelle, etwa der neue 5er BMW und der Mini Countryman, sollten Gutes für die Umsatzentwicklung im zweiten Halbjahr verheißen.

Den optimistischen Erwartungen schließt sich BMW selbst noch nocht an. "Wir müssen jedoch im Auge behalten, dass auch im zweiten Halbjahr eine Reihe von konjunkturellen Risiken besteht", warnte Reithofer. Die Prognose stehe deshalb unter dem Vorbehalt, dass die wirtschaftliche Erholung anhält. Neben dem Wachstum auf den weltweiten Märkten, darunter vor allem China und die USA, sollen bei BMW zahlreiche neue Modelle für Schub sorgen.

Der Absatz der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce werde im laufenden Jahr um rund zehn Prozent auf über 1,4 Millionen Autos steigen. Für das erste Halbjahr legte die Zahl der Auslieferungen um 13 Prozent auf 696.000 Fahrzeuge zu. Der Umsatz kletterte um 13,5 Prozent auf 27,8 Mrd. Euro.

Für die Kernsparte Automobile gilt für 2010 weiter das Ziel, eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von mehr als fünf Prozent zu erwirtschaften. Das Segment war nach vier Verlustquartalen in Folge erst zum Ende vergangenen Jahres in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

Im zweiten Quartal erzielte die Autosparte mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 1,3 Milliarden Euro und einem Umsatz von 13,7 Milliarden Euro eine Marge von 9,6 Prozent. Im ersten Halbjahr 2010 belief sich der Wert auf 6,6 Prozent. Rivale Daimler lag in den ersten sechs Monaten mit einer Rendite von 8,5 Prozent in der Pkw-Sparte an der Spitze, gefolgt von VW-Tochter Audi mit 7,6 Prozent. BMW hatte auch vor der Krise oft Mühe gehabt, bei der Ertragskraft mitzuhalten.

"Wir sind unseren Profitabilitätszielen für das Jahr 2012 einen großen Schritt nähergekommen", sagte Reithofer. Dann soll die Autosparte eine Ebit-Marge von acht bis zehn Prozent abwerfen.


Quelle: Reuters
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