Die Autoindustrie muss sich in den USA für die kommenden Monate auf eine unerwartet schwache Nachfrage einstellen. Trotz hoher Rabatte brach der Neuwagenabsatz im August Branchenexperten zufolge auf den niedrigsten Stand seit 27 Jahren ein. Die Angst vor einem Rückfall in die Rezession und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit hemmten die Kauflaune.
In der ersten Jahreshälfte war die Nachfrage noch kräftig angestiegen und hatte in der Industrie die Hoffnung auf eine rasche Markterholung und einen Gesamtabsatz von mehr als zwölf Millionen Fahrzeugen geschürt. Dieser Wert dürfte nun kaum mehr erreichbar sein. Vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 hatte der Automarkt in den USA noch ein Volumen von rund 17 Millionen Fahrzeugen im Jahr.
Besonders hart trifft der Einbruch im August den größten amerikanischen Autobauer General Motors (GM), der nach der Insolvenz im vergangenen Jahr im Eigentum der Regierung ist und für Ende dieses Jahres die Rückkehr an die Börse plant. Mit einem Absatz von lediglich 185.000 Autos blieb GM im August rund 25 Prozent unter dem Wert von August 2009.
Erzrivale Ford verkaufte insgesamt 157.500 Fahrzeuge, gut zehn Prozent weniger als vor einem Jahr. Abgemildert wurde der Einbruch bei Ford unter anderem durch die Einführung des neuen Fiesta aus Europa. Mit Rabatten von durchschnittlich fast 3000 Dollar versuchen Hersteller und Händler einer aktuellen Marktstudie zufolge erneut Kunden anzulocken - allerdings nur mit mäßigem Erfolg.
Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bei GM und
Ford sowie bei den asiatischen Herstellern erscheint besonders drastisch, weil die Regierung die Nachfrage 2009 mit einer Abwrackprämie nach deutschem Vorbild kräftig angeheizt hatte. Davon hatten vor allem die Anbieter günstiger Kleinwagen profitiert.


















