Beim weltgrößten Düngemittelhersteller
Potash sollen zwei weitere Unternehmen ihr Kaufinteresse signalisiert haben. Die chinesische Sinochem-Gruppe und der brasilianische Vale-Konzern hätten Ende vergangener Woche beim Aufsichtsgremium von Potash ein Gespräch angefragt, meldet die Agentur Bloomberg und beruft sich auf eine mit dem Vorgang vertraute Person.
Die Meldung ist ein Punktsieg im Abwehrkampf von Potash gegen den ungebetenen Bieter BHP Billiton. Selbst wenn am Ende der australische Minenkonzern den Zuschlag für Potash erhalten sollte, können solche Meldungen den Bieter in Zugzwang setzen, das eigene Angebot noch zu erhöhen. Manager sehen es meist in solchen Übernahmekämpfen als wichtigstes Ziel an, im Sinne ihrer Aktionäre den Preis so weit wie möglich nach oben zu treiben.
Potash-Manager erwarten höhere Gebote
Potash bestätigte die Gespräche indirekt, ohne jedoch Namen zu nennen. Es sei damit zu rechnen, dass höhere Angebote für das Unternehmen unterbreitet würden. Eine Reihe von dritten Parteien sei auf Potash zugekommen. Die Gespräche würden verfolgt. Es seien aber auch andere Alternativen möglich. Der Verwaltungsrat berate derzeit verschiedene Strategien vor. Der kanadische Konzern empfahl seinen Aktionären abermals, das BHP-Angebot nicht anzunehmen
Sollten es Übernahmegespräche zwischen Potash und dem Chemiekonzern Sinochem geben, redeten zwei alte Bekannte miteinander. Denn beide Unternehmen sind schon heute teils miteinander verflochten: Die Kanadier sind zu 22 Prozent am chinesischen Düngemittelproduzenten Sinofert beteiligt, einer Sinochem-Tochter.
Auch der chinesische Chemiekonzern Chemchina käme Branchenkreisen zufolge als Interessent infrage.
Außer aus China und Brasilien soll es auch noch weitere Anfragen gegeben haben, hieß es in Medienberichten. Es sei aber unwahrscheinlich, dass sich daraus konkrete Gespräche entwickeln würden.
Wie ernst es Vale und Sinochem mit ihren Anfragen meinen, ist allerdings ebenfalls ungewiss. Potash liegt viel daran, Interessenten anzulocken und einen Übernahmekampf zu initiieren, um es
BHP Billiton so schwer - und so teuer - wie möglich zu machen, sich den Düngemittelhersteller einzuverleiben.
Seitdem der anglo-australische Rohstoffkonzern vor wenigen Tagen den Kanadiern ein Übernahmeangebot machte und Potash dieses ablehnte, ist das Geschacher voll entbrannt.
BHP bietet 39 Mrd. Dollar. Pro Anteilsschein wären das für die Aktionäre 130 Dollar - was das Potash-Management als zu niedrig ansieht. Mit weiteren Bietern soll also der Preis hochgetrieben werden. Sollte es der weltgrößte Bergbaukonzern in einer Frist von 60 Tagen schaffen, 66,7 Prozent der Potash-Aktien zu kaufen, wäre die Übernahme geschafft.
Die Aktionäre des kanadischen Unternehmens haben nun also bis zum 19. Oktober Zeit zu entscheiden. Der Vorstoß von BHP ist das bislang größte Übernahmevorhaben in diesem Jahr.



















