Bei dem vom US-Steuerzahler geretteten Versicherer
AIG droht neuer Ärger um hohe Bonuszahlungen. Laut einem Zeitungsbericht sollen 100 Millionen Dollar ausgezahlt werden - ausgerechnet an die Mitarbeiter der Derivatesparte, die für den Beinahezusammenbruch verantwortlich ist. Die vorgezogenen Bonuszahlung gingen allerdings nur an Beschäftigte, die vorher zugesichert hätten, im Gegenzug auf zehn bis 20 Prozent ihres vertraglichen zugesicherten Sondersalärs zu verzichten, schreibt die "Washington Post".
AIG selbst hatte am Dienstag mitgeteilt, gegenwärtige und frühere Mitarbeiter hätten auf 20 Millionen Dollar an Halteboni verzichtet. Der von der Regierung eingesetzte Sonderbeauftragte für Gehälter bei staatlich gestützten Unternehmen, Kenneth Feinberg, hatte Abstiche von 26 Millionen Dollar verlangt. Im Gegenzug für die geringere Summe werden die Prämien früher ausgezahlt.
Die US-Regierung hatte mehr als 182 Milliarden Dollar in AIG gepumpt, um den Konzern auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor dem Zusammenbruch zu bewahren, und war dadurch mit knapp 80 Prozent zum größten Anteilseigner aufgestiegen. Mit Verkäufen versucht das neue AIG-Management um Robert Benmosche, zumindest einen Teil der Staatshilfe zurückzuzahlen. Für 2008 hatte der Konzern einen in der US-Geschichte einmaligen Verlust von knapp 100 Milliarden Dollar ausgewiesen. Für 2009 stehen die Zahlen noch aus.
Insgesamt sollen nahezu 200 Millionen Dollar an Boni ausgezahlt werden. Der restliche Betrag gehe im März an diejenigen Mitarbeiter, die nicht zu einem Verzicht bereit gewesen seien, hieß es. Mit dem Abschlag und der zeitlich versetzten Auszahlung versucht die AIG-Führung, einen Aufruhr wie im vergangenen Jahr zu verhindern.
Damals hatten ähnliche Bonuszahlungen von mehr als 160 Millionen Dollar in den USA für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. US-Präsident Barack Obama verurteilte überzogene Managergehälter scharf und versprach Obergrenzen bei staatlich gestützten Unternehmen. Zugleich wollte die US-Regierung einen Teil der Bonuszahlungen zurückholen, stieß dabei aber auf Hürden in den Arbeitsverträgen.

















